Vorwort

Je weniger man über einen Ort hört, desto reizvoller erscheint er mir. Und Albanien gehört, zumindest in Europa, definitiv zu diesen Orten. Eine Reise nach Albanien war schon immer geplant, aber erst 2005 kam ich wirklich dazu. Um das Bild vom Balkan ein klein wenig zu erweitern. Und die Reise hat sich gelohnt - es ist wahrhaftig ein faszinierender Ort mit sehr netten Bewohnern.

Visa

EU-Bürger und die meisten anderen Nationalitäten auch benötigen kein Visum - der Reisepass reicht. Allerdings wird bei der Einreise eine Gebühr von € 10 erhoben - zu zahlen sofort und in Euro. Man sollte nicht darauf bauen, dass die Grenzer wechseln können. Bei der Ausreise wird ebenfalls eine Gebühr von 10 Euro fällig - aber nur pro Fahrzeug. Wer anderweitig ausreist, zahlt nichts. Wie überall sollte der Pass noch mindestens drei Monate gültig sein.

 

 

 

Geld

Die albanische Währung nennt sich Lek (Plural: Lekë), aber auf den Scheinen steht nur noch "Leke". Der Lek ist seit etlichen Jahren äusserst stabil, die Inflation scheint sehr gering zu sein.

Neuer albanischer 100 Leke-Schein
Neuer albanischer 100 Leke-Schein

Der durchschnittliche Kurs liegt bei ca. € 1 = 120 Leke. Es gibt Münzen zu 5, 10, 20 und 50 Leke sowie Banknoten zu 100, 200, 500, 1000 und 5000 Leke. Zumindest vom 1000 Leke-Schein gibt es zwei Versionen: Eine von vor 1995 (riesengross, passt in kein Portemonnaie) und eine neuere. Beide sind gültig, aber der ältere scheint langsam ersetzt zu werden. Die Ein- und Ausfuhr albanischen Geldes ist verboten. Das bedeutet auch, dass man ausserhalb Albaniens kein albanisches Geld bekommt.

Es gibt Geldautomaten, die alle gängigen Kreditkarten, Maestro und Cirrus akzeptieren. Allerdings sind die noch sehr selten gesät. Wechselstuben gibt es ausserhalb der Hauptstadt ziemlich selten. In der Provinz ist man gelegentlich auf Hotels angewiesen - mancherorts mangelt es an (geöffneten) Banken.

Preise

Albanien ist freilich im Durchschnitt sehr billig. Allerdings gibt es noch (?) wenige Reisende und damit ein mangelndes Angebot. In der Provinz ist man z.B. gelegentlich mangels Alternativen auf ein Hotel angewiesen, das 30 Euro pro Nacht kostet. Andererorts bezahlt man dann ebend nur 5. Essen kann man für 1 bis 3 Euro. Ein guter Espresso, und den gibt es witzigerweise selbst im kleinsten Provinzcafé (erneute Invasion Italiens!?) kostet ab 40 Leke aufwärts. Bei den Transportmitteln variiert der Preis stark - je nachdem, ob man mit dem Zug (tren, am billigsten), dem Bus (autobus, etwas teurer), dem Minibus oder einem Taxi fährt. Eine Fahrt mit dem Minibus von der Hauptstadt nach Shkoder zum Beispiel kostet 300 Leke. Grob überschlagen sollte man mit mindestens 20 Euro pro Tag rechnen - es sei denn, man ist in einer Provinzstadt mit sehr begrenzten Übernachtungsmöglichkeiten.

 

 

 

 

Anreise

Mit Bus, Flugzeug oder Schiff. Es gibt direkte Flugverbindungen von Deutschland, Österreich usw. Mangels Nachfrage ist die Auswahl aber vergleichsweise gering. Ansonsten ist die günstigste Variante, zumindest im Sommer, wahrscheinlich ein Flug nach Kerkyra (Korfu) in Griechenland. Von dort ist es nur ein Katzensprung nach Sarandë in Südalbanien - es fahren Fähren. Asserdem gibt es zahlreiche weitere Fährverbindungen, die meisten von Durrës nahe der Hauptstadt nach Italien - z.B. nach Bari und Ancona.

Natürlich gibt es direkte Busse von Deutschland und anderswo, aber dies dürfte die anstrengendste Variante sein. Albanien ist nicht an das internationale Schienennetz angeschlossen. Zwar gibt es eine Trasse von Podgorica in Montenegro nach →Shkodër, aber die wird ausschließlich von Güterzügen benutzt. Ansonsten gibt es direkte Busse von Griechenland, dem →Kosovo (z.B. von →Prizren nach →Tirana, drei Busse am Tag, Fahrpreis € 15, Abfahrt 7 Uhr, 8 Uhr und 21 Uhr ab Prizren), →Mazedonien, →Montenegro und sogar Minibusse von →Dubrovnik.

Grenzübergänge

Es gibt zwei Grenzübergänge nach →Montenegro: Der grössere von beiden heisst Han i Hotit zwischen →Shkodër und Podgorica nördlich des Scutari-Sees, der kleinere ist der bei Muriqan zwischen Shkodër und →Ulcinj.

Zwei Grenzübergänge gibt es zum →Kosovo, wobei der Übergang bei Morine zwischen →Prizren und →Kukës am praktischsten ist - nicht nur wegen der Nähe zu grösseren Städten, sondern auch wegen der guten Strassen dorthin. Weitere Übergänge sind angeblich in Planung.

Nach →Mazedonien gibt es drei Übergänge. Zwei davon liegen am Ohrid-See. Am praktischsten dürfte wohl der Übergang zwischen Pogradec und →Sveti Naum sein, da zumindest von der mazedonischen Seite reguläre Linienbusse zur nächsten Stadt fahren.

Es gibt auch mindestens drei Übergänge nach Griechenland, wobei diese Zahl noch erhöht werden soll.

 

 

Essen und Trinken

Nicht ganz überraschend bietet Albanien die typische Balkan-Nahrung: Viel gegrilltes Fleisch. Darunter viel Hammel- und Lammfleisch. Mish qengji ne furre z.b. ist im Ofen geschmortes Lammfleisch und durchaus empfehlenswert. Der osmanische Eninfluss ist bei Gerichten wie shish qe bab (Schisch Kebab, Schaschlik) oder Qofte (Köfte, scharf gebratene Buletten) unverkennbar. Salate und anderes gibt es auch, als Beilage gibt es am häufigsten bukë (Brot) aber auch schon mal Kartoffeln (bwz. Pommes Frites) und/oder Bohnen. Wem das zuviel Fleisch ist, kann auch Spaghetti mit Butter bestellen - das wird mit ein bißchen Käse bestreut, ist sehr schlicht aber auch lecker. Ansonsten sind italienische Restaurants inkl. Pizzerien schwer im kommen.

Und wenn der Ort noch so heruntergekommen aussehen mag: Es gibt überall authentischen Espresso. Aus hochmodernen Espressomaschinen. Bier gibt es auch - das verbreitetste nennt sich Birra Tirana. Gibt es aus der Flasche und vom Fass. Letzteres war ungeniessbar, aber das kann auch an mangelnder Reinigung oder Überlagerung gelegen haben. Allgegenwärtig ist das lokale Feuerwasser genannt Raki - in der Türkei ein Anisschnaps, kennzeichnet es in Albanien jegliche Form von Gebranntem. Eine Besonderheit ist der Raki Mani, gebrannt aus Maulbeeren. Wer den probiert, sollte mit Alkohol vertraut sein: Jener hat um die 80% (zumindest der, der mir serviert wurde). Natürlich mangelt es in Albanien nicht an Cola, Limonaden und Mineralwasser.

 

 

 

 

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