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Geschichte - kurzer berblick

Wie auch die benachbarten Regionen wurde das heutige Bosnien erst von Illyrern und dann von Rmern besiedelt. Nach der Trennung des Rmischen Reiches in West und Ost 395 u.Z. wurde Bosnien, wie auch ?Kroatien, Teil des Westrmischen Reiches. ?Serbien im Osten hingegen gehrte zum Byzantinischen Reich. Grenze war damals wie heute der kleine Fluss Drina. Ab dem 6. Jhd. liessen sich Slawen in der Region nieder. Bosnien wurde Teil Serbiens, aber nur bis zum Jahr 960. Dann wurde die Region Spielball der umliegenden, strkeren Reiche. Doch nur eins hatte Bestand: Die trkische Fremdherrschaft, die 1463 begann und nur wenige Jahre spter auf die Herzegowina bergriff. Die Trken blieben trotz vereinzelter Aufstnde mehr als 400 Jahre lang.

In dieser langen Zeit konvertierten viele zum Islam, und so sind auch heute noch die meisten Bosniaken Moslems. Bosnien war zu der Zeit die Schnittstelle zwischen dem Islam und dem Christentum - mitten in Europa. Nach der Niederlage der Trken im Krieg 1878 (siehe ?Geschichte Bulgariens) wurde Bosnien in der Konferenz von Berlin dem habsburgischen sterreich-Ungarn zugeschlagen. Doch damit waren die Bewohner auch nicht glcklich; die Affinitt zum Nachbarn im Osten war grsser.

Die Lage eskalierte 1914, als in ?Sarajevo einer der vielen Erzherzge sterreich-Ungarns von einem serbischen Nationalisten erschossen wurde. sterreich-Ungarn erklrte ?Serbien den Krieg, Russland kam Serbien zu Hilfe und somit Deutschland wiederum der k.u.k. Monarchie. Den Rest kennt man ja. Nach dem Weltkrieg wurde Bosnien Teil des Knigreiches der Serben, Kroaten und Slowenien - ab 1929 Jugoslawien genannt. 1941 wurde die gesamte Region dem faschistischen ?Kroatien zugeschlagen. Die Partisanen leisteten erbitterten Widerstand - vor allem im bergigen Bosnien. Nach dem Krieg formierte sich das nunmehr sozialistische Jugoslawien unter Marschall Tito neu.

Schon vor 1990 schwelte es unter der Oberflche. ?Slowenien, ?Kroatien und ?Mazedonien begannen sich aus dem brckelnden Staatenbund zu lsen. In Bosnien schlossen sich die muslimischen und kroatischen Parteien zusammen und erklrten 1991 die Unabhngigkeit. Damit waren die Serben im Land nicht einverstanden und installierten ihrerseits eine eigene Regierung in Pale, unweit von ?Sarajevo.

Ein Land in Trmmern: Ehemalige Frontlinie in Mostar
Ein Land in Trmmern: Ehemalige Frontlinie in Mostar

Nun nahm die Tragdie ihren Lauf. Und die Tragdie ist nicht nur die Bosniens, sondern auch die der EU und der UNO. Letztere erkannte umgehend die Unabhngigkeit Bosniens an, was die Serben erst recht nicht hinnehmen konnten. Im Mrz 1992 besttigten die Bewohner in einem von den Serben boykottierten Volksentscheid die Unabhngigkeit. In ?Sarajevo schossen bosnisch-serbische Heckenschtzen auf Demonstranten, wobei es die ersten Toten gab. Schon im nchsten Monat war die Hauptstadt belagert, und serbisch-dominierte Verbnde der JNA hatten schnell 70% des Territoriums Bosniens besetzt. Kroaten und Bosniaken verbndeten sich, doch hatten erstmal nicht viel entgegenzusetzen. Die bosnischen Serben unter dem Psychiater Radovan Karadžić beginnen umgehend mit der ethnischen Suberung der besetzten Gebiete. Von der EU und der UNO kam vorerst nur ein drohender Zeigefinger.

Richtig schlimm wurde es 1993. Nun bekmpften sich selbst Kroaten und Bosniaken, vornehmlich in ?Mostar. Im Westen, rund um Bihać, etablierte sich ein lokaler Fhrer namens Abdić, der separate Vertrge mit Kroaten und bosnischen Serben abschloss und nun mit einer eigenen Armee, immerhin 6'000 Mann, gegen die bosnische Regierungsarmee vorging. Die UNO hatte sich dazu durchgerungen, sogenannte Schutzzonen auszuweisen, in denen viele von den Gebieten der bosnischen Serben eingeschlossene Bosniaken lebten. Die Schutzzonen hiessen Sarajevo, bereits erwhntes Bihać, Goražde, Srebenica, Tužla und Žepa. Leider hatte die UNO jedoch vergessen, fr den Schutz der Schutzzonen zu sorgen. Sarajevo wurde drei Jahre lang sturmreif geschossen, Srebenica wurde im Juli 1995 von den bosnischen Serben genommen - geschtzte 6'000 Bosniaken auf der Flucht wurden massakriert. Aber immerhin waren ja rund 400 UNO-Soldaten vor Ort, denen jedoch Waffengewalt verboten war. Žepa fiel kurz darauf.

Zwar war die UNO in Form der UNPROFOR vor Ort, aber vllig hilflos: Vor den Blauhelmen wurde z.B. der bosnische Vizeprsident aus einem UNO-Fahrzeug gezerrt und umgehend erschossen. Es gibt ca. 30 Waffenstillstandsabkommen, die allerdings nur genutzt werden, um die eigenen Truppen neu zu formieren und Waffen zu sammeln usw. Und es gab viele Plne mit klangvollen Namen wie Vance-Owen oder Vance- Stoltenberg usw. Die alle mehr oder weniger auf ethnische Teilung des Landes herausliefen. Alle Grossmchte zgerten jedoch, militrisch zu intervenieren. Nicht ganz unbegrndet, denn es gibt hier kein l und das Terrain ist so schwierig wie die Lage verworren ist. Die bosnischen Serben zgerten hingegen Mitte 1995 nicht, fast 300 UNO-Soldaten und Beobachter an mglichen Luftangriffszielen festzuketten. ber den Fernseher flimmerten Bilder von Konzentrationslagern - diesmal in Farbe.

September 1995: Sarajevo war schon seit 3½ Jahren belagert, allein hier gab es geschtzte 16'800 Tote. Endlich rang sich die UNO, vier Monate nach Srebenica, durch, massive Luftangriffe zu genehmigen. Die Nato flog daraufhin mehr als 500 Einstze, und die Schnelle Eingreiftruppe knackte den Belagerungsring um die Hauptstadt mit schwerer Artillerie. Dies zwang die bosnischen Serben und den serbischen Prsidenten Milošević, welcher freilich massiv die bosnischen Serben untersttzte, an den Verhandlungstisch.

Was bleibt ist die schmerzhafte Erfahrung, dass solch Greueltaten nicht nur im fernen Kongo, sondern durchaus auch noch in Mitteleuropa mglich sind. Dass die UNO hilflos ist, was sich ja spter im Irak erneut beweisen soll. Der letztendlich akzeptierte Dayton-Vertrag sieht vor, dass Bosnien-Herzegowina ein Land in den Vorkriegsgrenzen bleibt - jedoch aus zwei Einheiten besteht: 51% der Flche gehren zur Bosnisch-Kroatischen Fderation (FD) (vormals Muslimisch-Kroatische F. genannt), 49% zur Serbischen Republik Bosnien-Herzegowina, kurz Republika Srpska (RS) mit Banja Luka als Hauptsitz. Der sogenannte Posavina-Korridor im Norden verbindet Ost- und Westteil der RS. Die Situation in Brčko am Korridor ist so delikat, dass sie als "Internationale Stadt" Sonderstatus erhielt.

Immerhin kamen nach und nach eine gemeinsame Flagge, gemeinsames Geld (mit jeweils zwei Versionen, siehe unten), gemeinsame Nummernschilder usw. Der Grenzverkehr zwischen der FD und RS wird mehr und mehr. Aufbauhilfe fliesst massiv ins Land. Gemssigtere Krfte bernahmen das Ruder in der RS. IFOR-Truppen bewachen den wertvollen Frieden. Doch nach so einem Desaster wird es noch sehr lange dauern, bis man zur Normalitt zurckkehren wird.

 

 

 

 

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