Prolog

Wie konnte das da eigentlich passieren? Wie sieht das Leben nach dem Krieg aus? Ist eine Rückkehr in die Normalität überhaupt möglich? Diese Fragen beschäftigten mich schon lange. Deshalb sollte es auf einer weiteren Tour durch den Balkan 2001 nach Bosnien gehen. Vorerst aber nur durch zwei Orte in der FD - eine Tour durch die Republika Srpska erschien uns noch als unangemessen. Die Frage 1 konnten wir danach nicht beantworten. Die Frage zwei schon. Die Frage drei hingegen ergab Antworten, die uns nicht gefielen.

Visa

Die meisten Europäer brauchen kein Visum. Reisepass reicht. Angeblich soll man sich, so man nicht im Hotel übernachtet, bei der Polizei registrieren lassen. Haben wir nicht gemacht - scheint also nicht so dringend zu sein. Wie überall sollte der Pass noch mindestens drei Monate gültig sein.

 

 

 

Geld

Jugoslawisches Geld ist schon lange nicht mehr gültig. Für eine Übergangszeit war, wie in →Montenegro, die D-Mark in Benutzung. Die ersetzte man 1998 im Kurs 1:1 durch die Konvertibilna Marka (KM) - Pluralform: Maraka. Selbige besteht aus 100 Pfeniga. Es gibt für jeden Schein zwei Versionen - auf einem steht oben auf kyrillisch, unten auf lateinisch, was drauf und drin ist. Auf dem anderen prangt ein anderer Kopf und die Schriften sind vertauscht. Bestimmt in einer 51:49 Parität gedruckt.

Die Mark lebt - zumindest in Bosnien
Die Mark lebt - zumindest in Bosnien

Es gibt Münzen zu 10, 20 und 50 Pf sowie 1 und 2 KM-Münzen. Scheine gibt es im Wert von 50 Pf (!), 1, 5, 10, 20, 50 und 100 KM. Logischerweise ist es oft schwierig, grosse Scheine loszuwerden - die 1 KM-Scheine sind im Alltagsleben am wichtigsten. Zum Kurs: Der ist an den Euro gebunden, also ca. 1 Euro=1.95 KM.

Es gibt Geldautomaten, die alle gängigen Kreditkarten, Maestro und Cirrus akzeptieren. Kostet in der Regel 4 Euro pro Transaktion. Bargeld kann man auch tauschen. 2001 wurde auch die D-Mark überall akzeptiert - das gleiche dürfte auch mit dem Euro der Fall sein. Achtung: Bosnisches Geld ist schwer ausserhalb des Landes tauschbar.

Preise

Liegt in etwa auf gleichem Niveau wie etwa →Serbien, ist also etwas billiger als z.B. →Kroatien. Mancherorts mangelt es an Alternativen für Reisende, weshalb z.B. die Übernachtungspreise über denen anderer Länder liegen können. Für die Übernachtung sollte man ab ca. 10 Euro bei Privatunterkünften einplanen. Essen ist billig, erst recht für Selbstversorger. Transport ist ebenfalls ziemlich preisgünstig. Die Preise in →Sarajevo liegen freilich über dem Landesdurchschnitt. Als Rucksackreisender sollte man 30 bis 50 KM pro Tag einplanen.

 

 

 

Anreise

Mit Flugzeug, Bus oder Bahn. Es gibt direkte Flug- und Busverbindungen, aber keine direkten Bahnverbindungen von Deutschland. Die Eisenbahn ist nicht allzu hilfreich, da es nicht viele Linien gibt. Die einzig brauchbare Fernverbindung ist der Direktzug von →Budapest nach →Sarajevo. Fährt über →Osijek und →Pécs einmal täglich und braucht 12 (in Worten zwölf!) Stunden. Ein Zug fährt auch an die Adria - zumindest tat er dies 2001. Beginnt in Ploče an der kroatischen Küste und fährt über →Mostar nach →Sarajevo. Aber nur ein oder zwei Mal am Tag. Kann sein, dass der Verkehr eingestellt wurde!!!

Busse sind praktischer. Sie fahren überall hin und verbinden auch die RS mit der FD. Es gibt direkte Busse von →Sarajevo und →Mostar nach →Dubrovnik -man kann aber nicht im Voraus Karten kaufen und der Bus ist schnell voll. Aus den umliegenden Ländern fahren auch viele Busse direkt zum Wallfahrtsort Međugorje in der Herzegowina nahe →Mostar. Von Sarajevo fährt kein direkter Bus nach Slawonien - man muss in Tužla umsteigen. Kostet von der Hauptstadt bis →Osijek insgesamt 32.5 KM (16 Euro).

Grenzübergänge

Es gibt welche nach →Kroatien, →Serbien, →Montenegro und →Montenegro.Für beide Länder braucht man keine Visa. Die Grenzkontrolle kann sich allerdings hinziehen - es wird zum Teil das gesamte Gepäck untersucht. Alle Grenzübergänge nach Serbien liegen auf dem Gebiet der RS. Die Grenzen zwischen der RS und der FD sind allesamt grüne Grenzen, die jeder frei überqueren darf.

 

 

Food and drinks

Čevapćići und Burek und Co. - Typische Balkan-Küche mit starkem türkischen Einfluss ist angesagt (siehe u.a. →Serbien, →Montenegro und →Mazedonien). Es gibt vieleImbisse hier und da, in denen es mitunter besser schmecken kann als in einigen Restaurants. In den Grossstädten ist die Vielfalt natürlich grösser - dort gibt es auch schöne Café's, italienische Restaurants usw.

In Bosnien produziert man passable Weine, und auch an Bier mangelt es nicht. Das lokale Feuerwasser heisst (wie auch in anderen Ländern auf dem Balkan) Rakija (auch Loza) und Šlivovica - gebrannt aus Weintrauben oder Pflaumen. Wir auch reichlich konsumiert.

 

 

 

 

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