Reiseberichte

Geschichte - kurzer berblick

Bulgarien war einst erst Teil des ?Knigreiches Mazedonien, spter dann Provinz des Rmischen Reiches. Slawen kamen erst im 6. Jhd. in die Region - dazu kamen die Ur-Bulgaren, welche aus Mittelasien ins Land zogen. Letztere grndeten im Jahre 681 unter Khan Asparuch das Erste Bulgarische Reich in ?Pliska, welches immerhin bis 1018 bestand hatte. Zwischenzeitlich wurden die Ur-Bulgaren von den Slawen kulturell assimiliert.

Zar Boris I. sorgte fr die Christianisierung und Vereinheitlichung des Reiches, unter Zar Simeon erreichte das Bulgarische Reich seine grsste Ausdehnung und nahm fast die gesamte Balkan-Halbinsel ein. Nach seinem Tod kam der langsame Untergang - die damalige Hauptstadt Preslav wurde von den Byzantinern eingenommen und deshalb die bulgarische Hauptstadt ins heute mazedonische ?Ohrid verlegt. 1018 wurde Bulgarien gnzlich vom Byzantinischen Reich eingenommen. Zwei Brder, Asen und Peter, leiteten 1185 einen erfolgreichen Aufstand gegen die Byzantiner und schufen ein Jahr spter das Zweite Bulgarische Reich mit ?Veliko Tarnovo als neue, glnzende Hauptstadt.

Kirche neben Moschee - Keine Seltenheit in Bulgarien
Kirche neben Moschee - Keine Seltenheit in Bulgarien

1396 war Schluss damit - die Osmanen hatten inzwischen das Byzantinische Reich zerstrt. Daraufhin nahmen sie Bulgarien vllig in ihre Gewalt und besiedelten das Land. Nur einige Klster wie ?Rila bewahrten die bulgarische Identitt. Whrend der langen Besatzung konvertierten etliche Bulgaren zum Islam. Diese sogenannten Pomacken bzw. ihre Nachkommen gibt es noch heute.

In den folgenden Jahrhunderten blieb Bulgarien osmanisch, und viele Kirchen, Klster und andere Symbole des bulgarischen Volkes gingen verloren. 1876 probte man den Aufstand in Koprivschtiza, doch der wurde sserst brutal niedergeschlagen. Das fand Aufmerksamkeit im Rest Europas, und so erklrte Russland umgehend den Osmanen den Krieg. Blutige Kmpfe in Pleven und am Schipka-Pass fordeten allein unter den Russen und Bulgaren etwa 200'000 Opfer. Doch letztendlich war man erfolgreich und drngte die Osmanen zurck - im Vertrag von San Stefano wurde ein grosser Teil der Balkan-Halbinsel einem freien Bulgarien zugesprochen - um im gleichen Jahr im Vertrag von Berlin wieder revidiert zu werden. Sdbulgarien alias Ostrumelien, Teile Griechenlands und Mazedonien fielen wieder an die Osmanen.

1879 fand die erste Nationalversammlung zusammen und schuf eine Verfassung - an der Spitze standen deutsche Monarchen. Erst 1908 allerdings erklrte Bulgarien seine vllige Unabhngigkeit, um wenig spter mit Serbien und Griechenland im Ersten Balkankrieg die Osmanen aus Europa zu vertreiben. Weniger siegreich endete kurz darauf der Zweite Balkankrieg zwischen den vorherigen Siegern - es ging im wesentlichen um ?Mazedonien. Danach folgten Jahre des Chaos. Im Zweiten Weltkrieg schlug sich Bulgarien auf die Seite der Deutschen, weigerte sich allerdings, die jdische Bevlkerung auszuliefern. Whrenddessen erstarkten die Kommunisten im Land. Bulgarien wurde gegen Ende des Krieges von den Alliierten bombardiert.

Im September 1944 marschierte die Rote Armee ein; die bulgarische Vaterlandsfront bernahm die Macht. Gefolgt von kommunistischer Herrschaft sowjetischer Prgung unter Georgi Dimitrov und seit 1962 unter Todor Shhivkov. 1989 wurde Shivkov in einem parteiinternen Coup abgelst. Man reformierte nun, aber die kommunistische Partei regierte weiter. In den 1990ern wechselten die Regierungen hufig - es wurde chaotisch und das Land begann, den Bach herunterzugehen. Politische Unruhen, Besetzung des Parlaments, Hyperinflation, Massenentlassungen etc. prgten das Land. Heute hat man sich etwas gefangen. Der jetzige, 2001 gewhlte Premier heisst Knig Simeon II (von Sachsen-Coburg-Gotha) - aus dem Exil zurckgekehrt aber bereits jetzt unter Bedrngnis (Stand 2003!).

Das Land hat heute ein ernsthaftes Bevkerungsproblem: Die Wachstumsrate ist seit einigen Jahren negativ, und das nicht zu knapp: Sie liegt bei etwa -1 %, die Nettomigrationsrate ist mit -4.5 Personen pro 1000 Einwohner ebenfalls erschreckend negativ. Heute lebt "nur noch" ein Achtel unter der Armutsgrenze, allerdings ist die Arbeitslosigkeit mit 18 % ziemlich hoch. Fr 2004 ist der NATO-Beitritt, lngerfristig dann der EU-Beitritt geplant.

 

 

 

 

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