Allgemeine Fakten

  • Auf Chinesisch wànlî cháng chéng, was soviel bedeutet wie "Zehntausend li lange Festung". Ein li sind ca. 500 m; also hier 5000 km, was auch in etwa der Wahrheit entspricht. Im Schnitt 3 bis 5 m hoch.
  • Reicht fast von der Mandschurei bis nach Uigurien im Westen, ist aber nicht zusammenhängend. Diente als Bollwerk gegen Reitervölker aus dem Norden. Errichtet über viele Jahrhunderte hinweg, sind die Abschnitte bei Peking oft aus der Ming Dynastie (um das 14.-17. Jhd.).
  • An den meisten Stellen arg verwittert und erodiert; wegen der Hangneigung ist die Begehung deshalb streckenweise sehr gefährlich. Restaurierte Stellen gibt es auch - man sollte Beides sehen!
  • Bei Simatai gibt es einen grossen Busparkplatz mit einigen Läden, die den üblichen Ramsch verhökern, und zahlreiche Imbissbuden. Alles in allem geht es jedoch in Simatai sehr fair zu - absolut kein Vergleich zum Beispiel zu den →Pyramiden von Gizeh!!!

Anreise

  • Simatai und andere Sammelpunkte (am bekanntesten: Badalin) entlang der Mauer sind von →Peking aus in guten zwei Stunden erreichbar. Badalin ist auch mit dem Zug erreichbar - vom Nordbahnhof in Peking. Fast jedes Hotel bietet Busfahrten an (am stressfreiesten). Taxi geht natürlich auch.

Übernachtung

  • Solange man nicht die Mauer entlang reist oder die westlichen Gebiete besucht, ist es besser, in Peking oder einer anderen Großstadt zu übernachten.

Sehenswertes

  • Nicht nur das allen topographischen Hindernissen strotzende Bauwerk selbst, sondern auch die Umgebung ist atemberaubend. Die Chinesische Mauer ist wahrhaftig ein Muss! Am besten ist es, auf der Mauer entlang zu laufen, und auf einem der höchsten Punkte der Umgebung zu verweilen um das Bauwerk von oben zu betrachten.

 

 

 

Fährt man von Peking gute 100 km Richtung Norden, so trifft man schon bald auf die ersten Überreste der Grossen Mauer. An dieser unwirtlichen Stelle, bei Simatai Simatai, ist die Mauer ein ungemein beeindruckendes Bauwerk. Welche Arbeit es gekostet haben mag, diese Mauer mit einfachsten Mitteln zu errichten, zeigt dieser Eindruck der dortigen Landschaft. Um optimalen Schutz zu gewährleisten, wurde sie fast durchgehend entlang der Bergkämme errichtet.

Umgebung der Chinesischen Mauer
Umgebung der Chinesischen Mauer

Entlang der wichtigsten Stellen der Mauer findet man zwischen den zumeist durch Treppen begehbaren Teilstücken vereinzelt Wachtürme, welche in mehrere Kammern untergliedert sind. Aufgrund des dicken Mauerwerks bieten sie im erfrischende Kühle und im Winter Schutz vor den eisigen Nordwinden.

Chinesische Mauer: Blick aus einem Wachturm
Grosse Mauer: Blick aus einem Wachturm

Von weitem schon imposant, ist die Mauer auch bei näherer Betrachtung mit ihrer Höhe von 4, 5 und mehr Metern sehr eindrucksvoll. Dass die Mauer ihren Schutz vor den Stämmen des Nordens nicht erfüllt haben möge ist kaum vorstellbar, zumal in regelmässigen Abständen errichtete Wachtürme eine lückenlose Beobachtung des Grenzgebietes zuliessen.

Grosse Chinesische: Entlang der Mauer
Grosse Mauer: Entlang der Mauer

Die Grosse Mauer kann man sich nicht als durchgehende Linie vorstellen, sie erscheint mit ihren vielen Abzweigungen eher wie ein mehrköpfiger Drache, der sich hier zur Ruhe gelegt hat. Die Mauer ist in ihrem weiten Lauf auch nicht in sich geschlossen sondern besteht aus vielen Einzelstücken, die sich mal mehr im Norden und mal mehr im Süden befinden. Angeblich zählt die Mauer zu den beiden einzigen Bauwerken, die man aus dem Orbit mit blossem Auge erkennen kann - neben der grossen Deichanlage in den Niederlanden.

Grosse Chinesische Mauer: Der grosse Drache
Grosse Mauer: Der grosse Drache

Nicht überall sieht die Mauer so vollkommen aus wie man es aus den Reiseführern kennt - und das ist auch gut so. Teilweise wird das Laufen auf und enlang der Mauer zu einer einzigen Kletterpartie, und nicht selten sind die Steine sehr lose. Dementsprechend gibt es wohl auch häufiger tödliche  Abstürze.Wird das Gelände zu steil, wurde nur eine kleine schmale Mauer gebaut (im Bild hinten), doch auch diese war sicherlich nicht einfach zu errichten.

Grosse Chinesische Mauer: Ein weniger restaurierter Teil
Grosse Mauer: Ein weniger restaurierter Teil

Das Wandern auf der Mauer erfordert etwas Geschick. Entsprechend dem rauhen Relief der Umgebung sind auch die den Bergkämmen folgenden Mauerstücke nicht immer leicht begehbar. An den restaurierten Stellen wie dem auf dem Photo ist das zwar schweisstreibend; im Gegensatz zu den weniger intakten Stellen jedoch zumeist ungefährlich. Richtig gefährlich wird es, je weiter man sich von dem Touristenrummel entfernt. Man muss teilweise auf allen Vieren laufen, und lose Steine stellen eine ernste Bedrohung dar. Jahr für Jahr kommen so manche Schaulustige auf diese Weise zu Schaden und wie ich hörte zum Teil zu Tode. Der sich mit jedem Schritt wandelnde Ausblick entschädigt hindes für manche Mühen und es fällt schwer, sich davon zu lösen und zurückzukehren.

Grosse Chinesische Mauer: Keine leichte Aufgabe: Auf der Mauer wandern
Keine leichte Aufgabe: Auf der Mauer wandern

In Simatai kann man von einem Nebengipfel aus die Mauer verlassen und einen anderen Weg zurück zum Parkplatz wählen. Diesen kann man zu Fuss oder per Sessellift bewältigen, wobei letzterer reichlich überteuert ist. Durch ein zerklüftetes Flusstal gelangt man schliesslich zum Ziel. Die zwar karge Flora und Fauna lässt garantiert keine Langeweile aufkommen, und auch der Blick zurück lohnt sich immer.

Die Grosse Mauer bei Simatai
Die Grosse Mauer bei Simatai

 

 

 

 

 

 

 

 

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