Hongkongs Topographie, Natur und Klima

Viele verbinden Hongkong mit einer grossen, dichtbebauten Stadt am Wasser mit wenig Natur, doch dem ist nur teilweise so: Es gibt sogar nahezu unberührte Flächen im Gebiet von Hongkong. Hongkong wird im wesentlichen in vier verschiedene Bereiche untergliedert: Die 香港島 Insel Hongkong, 九龍 Kowloon - die Halbinsel gegenüber der Nordküste der Insel Hongkong, 新界 New Territories - ein weites Stück Land zwischen Kowloon und der Grenze zu China sowie die 離島 Abgelegenen Inseln - immerhin 234 davon (Hongkong besteht insgesamt aus 262 Inseln.

Ticket für die Fähre von Hongkong nach Macao
Blick vom Victoria Harbour zu einem abgetragenen Berg

Hongkong liegt auf der linken (hier östlichen) Seite des Deltas des Perflusses - auf der anderen Seite befindet sich Macao. Die Küste der gesamten Region ist stark zergliedert. Hongkong weist jedoch eine Besonderheit auf: Die teilweise nicht mal einen Kilometer breite Meerenge zwischen der Insel Hongkong und dem Festland (in Gestalt der Halbinsel Kowloon) bildet seit jeher einen hervorragenden Tiefwasserhafen. Dieser wird 維多利亞港 Victoria Harbour genannt.

Das Gelände in Hongkong ist relativ schroff, was zur Folge hat, dass nur wenig Baufläche vorhanden ist - es sei denn, man greift drastisch in die Natur ein, trägt Berge ab und schüttet Land auf - dies wird in Hongkong auch getan (im Falle des neuen Flughafens wurde eine kleine Insel nahezu komplett abgetragen und das Material benutzt, um die Insel zu vergrössern). Während es jedoch zum Beispiel in Tokyo einfach ist, Neuland zu gewinnen - die Bucht von Tokyo ist nicht sehr tief - braucht man bei den enormen Wassertiefen rund um Hongkong sehr viel Material, um Neuland zu gewinnen. Dies hat zur Folge, dass die bebauten Stellen Hongkongs sehr, sehr dicht bebaut sind - die anderen Gebiete (=Berge) jedoch nahezu unberührt sind. Der höchste Berg in Hongkong ist der 大帽山 Tai Mo Shan - Grosser Hutberg (auch: 大霧山 - grosser Nebelberg) - immerhin 957 Meter hoch und nahezu im Mittelpunkt der Neuen Territorien gelegen. Aber auch die Insel Lantau (nahe des Flughafens) hat ein paar 800 bis 900 Meter hohe Berge.

Gerade in den Neuen Territorien - der grossen Landmasse im Norden - findet man teilweise nahezu unberührte Gebiete - darunter die 邊境禁區 Frontier Closed Area (FCA) entlang der Grenze zur VR China - diese 28 km² grosse Fläche wurde 1951 eingerichtet. Der FCA-Erlass besagt, dass nur dort ansässige Menschen sowie Menschen, die zu einem Grenzübertritt zu China berechtigt sind, das Gebiet betreten dürfen. Da jegliche Bautätigkeit verboten ist, ist dieses Gebiet ein ursprünglich gebliebenes Naturhabitat, in das man jedoch nachwievor nur mit Genehmigung kommt. Dies könnte sich allerdings infolge eines neuen Bebauungsplanes ab 2010 ändern.

Hongkong kämpft mit einer Reihe ökologischer Probleme. Eines davon ist das Schrumpfen natürlicher Habitate - so gibt es zum Beispiel ein paar Mangroven in Hongkong, die jedoch teilweise durch die Besiedlung bedroht sind. Ein anderes Problem ist die Luftverschmutzung, hervorgerufen zum einen durch die extrem dichte Bebauung, aber auch durch schlechte Luft, die vom Festland unter gewissen Wetterbedingungen nach Hongkong zieht. Ein anderes Problem für das Mikroklima in einigen Gebieten ist der Mauereffekt: Nicht selten werden dort dutzende über 100 Meter hohe Wohnblöcke auf engstem Raum nebeneinander errichtet (gut zu sehen nahe des Flughafens). Diese blockieren teilweise natürliche Luftströme und verursachen bzw. bestärken so zum Beispiel "Hitzeinseleffekte" weiter unten im Tal oder am Ufer.

Das Klima in Hongkong ist feucht und subtropisch. Selbst im Winter fallen die Temperaturen kaum unter 15 Grad. Im Sommer liegen die Temperaturen tagsüber meist bei knapp über 30 Grad, nachts fallen sie dabei kaum. Insgesamt fallen über 2'000 mm Niederschlag pro Jahr (mehr als das 4-fache von Berlin), der allergrösste Teil davon zwischen April und Oktober. Die Luftfeuchtigkeit ist im Sommer meistens extrem hoch: Das merkt man zum Beispiel beim Fotografieren, da die Linse generell nach eins, zwei Sekunden sofort beschlagen ist. Im Herbst ist des weiteren Taifunsaison - gelegentlich treffen dabei Taifune direkt auf die Region und legen den kompletten Verkehr lahm.

 

 

 

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