Laos zählt zu den am wenigsten bekannten Ländern in Asien. Das hat seine Gründe. Zum einen liegt es daran, dass es bis 1989 nahezu hermetisch abgeriegelt war. Zum anderen ist Laos zwar 237 000 Quadratkilometer groß (etwa zwei Drittel Deutschlands), aber es gibt nur rund 4,6 Millionen Einwohner - (gute 5 % der Einwohnerzahl Deutschlands). Dass Laos keine Küste hat, hemmte mit Sicherheit seit jeher die Entwicklung; noch hemmender ist jedoch die Topographie - große Ebenen fehlen, es gibt fast nur (bis über 2800 Meter hohe) Berge. Sicherlich begünstigt durch die Berge, erhielt sich der ländliche Charakter und die Lebensweise der über 70 Volksgruppen Laos'. Geopolitisch sieht es nicht rosig aus. Eingeklemmt zwischen den dominanteren Staaten China und Thailand erstreckte sich die Einflußsphäre selten über die Grenzen hinaus, wobei jedoch die Geschichte zwischen Laos und Thailand zum Teil auf Wechselwirkung beruhte.

Die Nachbarstaaten sind in Uhrzeigerrichtung →China, Vietnam, Kampuchea, Thailand und Burma. Zwar ist die Grenze zu China eher kurz, der Einfluss aus der chinesischen Provinz Yunnan war jedoch schon immer beträchtlich. Und trotzdem scheinen laotische Kunst und Architektur eine eigenständige Klasse zu sein, der Einfluss aus China schien mir geringer als der auf Korea und Japan. Dabei sollte der Mekhong nicht unbenannt bleiben - ein 4500 km langer Fluss (zum Vergleich: Donau, 2860 km Gesamtlänge) mit enormer Bedeutung für Südostasien. Der aus Mittelchina (dort: Lan Cang) kommende Fluss berührt Myanmar, Laos, Thailand, Kampuchea (oft als Grenzfluss und damit als Schmuggelroute) und mündet schließlich in Vietnam im Südchinesischen Meer. Er stellt, davon konnte ich mich in Laos überzeugen, nach wie vor eine enorm wichtige Verkehrsader dar. Dabei ist er jedoch, siehe unter Klima, starken Schwankungen unterworfen.

 

 

 

Kommunismus gesponsort von der Pharmaindustrie
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Laos war bis 1953 Teil Französisch-Indochinas- unterbrochen durch fünfjährige Besetzung durch Japan im 2. Weltkrieg. Danach wurde eine Art Monarchie mit gewaltigem Einfluss seitens der ehemaligen Kolonialmacht etabliert. Bereits zu dieser Zeit war jedoch auch eine kommunistische Untergrundbewegung, die sogenannten Phatet Lao, aktiv geworden. Sie dehnte ihren Einfluss stetig aus. Dazwischen kam jedoch der Vietnamkrieg. Da die nordvietnamesische Armee aus strategischen Gründen den Hoh Chi Minh-Pfad, eine Versorgungsroute, in den ostlaotischen Dschungel entlang der Grenze verlegte, beschränkten sich die Aktionen der USA nicht mehr nur auf Vietnam. In einer Geheimoperation wurde Ostlaos ausgiebigst aus der Luft bombardiert, in einer so geheimen Operation, dass die Kampfpiloten angeblich sogar Zivil trugen. Pro Einwohner wurden im Schnitt fast 500 kg Bomben abgeworfen; Städte wie Phonsavan (Xieng Khuang) wurden über Nacht und eigentlich "aus Versehen" nahezu ausgelöscht.

Politisch gesehen wurde 1975 die Volksrepublik ausgerufen; seitdem ist Laos also ein sozialistisches Land, also mit Vietnam auf einer Linie. Jedoch war es schon immer schwer, die gesamte Bevölkerung, zumal meist ländlich und schwer erreichbar, zu kontrollieren, so dass es auch eine Art Partisanenbewegung gab bzw. gibt. Wie auch in den meisten anderen sozialistischen Ländern verfolgt man in Laos eine Politik der Öffnung, weshalb seit 1991 mit stetig sinkenden Restriktionen Tourismus möglich ist - vorerst aber eher nur für Rucksacktouristen, da die Infrastruktur noch nicht so weit ist.

 

 

 

Auch in der Regenzeit kann das Wetter gut sein
Auch in der Regenzeit kann das Wetter gut sei

Das Klima Laos' ist ein tropisches, sommerfeuchtes Monsunklima. Betrachtet man den Breitengrad, so liegt Laos mit Hawaii, Mexiko, Mali, Sudan, Südarabien und Indien auf einer Linie. Pro Jahr fallen je nach Region 1250 bis 3750 mm Niederschlag (wesentlich mehr als in den meisten Regionen Deutschlands), wobei fast der gesamte Regen zwischen Mai und September fällt. Praktisch gesehen gibt es nur drei Jahreszeiten: Die Zeit des Südwestmonsuns zwischen Mai und September / November mit hohen Niederschlagsmengen und tropischen Temperaturen, die tagsüber mit Sicherheit 30 Grad überschreiten und nachts oft bei 25 Grad stehen bleiben. Danach folgt eine Trockenperiode von November bis Mai, mit kühleren Temperaturen zum Beginn (in den Bergen sogar bis unter 10 Grad) und im April / Mai mit den höchsten Temperaturen des Jahres- bis zu 38 Grad.

Als ich von Bangkok aus Richtung Norden fuhr, wurde es spürbar wärmer und schwüler - das war im September. Im niedrig gelegenen Luang Prabang und in Vientiane war es dabei beinahe unerträglich schwül; aber trotz Monsun gab es außer gelegentlichen Schauern kaum Niederschläge. Auf den Bergen wurde es jedoch richtig angenehm, es waren höchstens 25 Grad und die Luftfeuchtigkeit war ganz erträglich. Da klimatisch bedingt die meisten im Januar oder Februar nach Laos kommen, waren im September vergleichsweise wenig Touristen unterwegs, was die Suche nach Kost und Logis stark vereinfachte.

 

 

 

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