Mehr als die Hälfte der Einwohner zählen zum Volk der Lao. Danach gibt es viele Naturvölkergruppen, so Stämme der Thai, Hmong, Mien, Ho und Mon Khmer etc., oft unterschieden durch die Höhe der Siedlungsräume- so sah ich auch viele Siedlungen, die direkt auf den Berggipfeln gebaut wurden. Viele der Völker findet man auch in Nordthailand und China sowie Kampuchea - sogenannte hill tribes (Bergvölker) u.a.

Die Hauptgruppe der Lao entstammt jedenfalls aus den Mekhong-Niederungen, die ja das ganze Land durchziehen. Die fast 70 Stämme unterscheiden sich durch Sprache, Siedlungsraum, Kleidung, Agrarprodukte, Religion etc. Die Hauptgruppe der Lao, da im Tal siedelnd, baut zum Beispiel Nassreis an.

Wie ein Mischling wohl aussehen würde!?
Wie ein Mischling wohl aussehen würde!?
Als Teil des Goldenen Dreiecks, zusammen mit Myanmar und Nordthailand, bauen einige Stämme auch Opium an. Ich sah, obwohl nicht mit dem Erscheinungsbild von Opiumhöhlen vertraut, manchmal ebensolche. Nach Angaben eines - ziemlich benommen wirkenden - Reisenden kostet eine fertig präparierte Opiumpfeife umgerechnet 25 Pfennig (!), also halb so viel wie eine Flasche Bier. Auch Marihuana wird auf dem Markt - wie Gemüse - angeboten. Was natürlich seine Gefahren hat - ich sah dort Touristen, die nicht mehr sehr gut aussahen und scheinbar nicht mehr wussten, was sie tun. Einer erzählte mir, dass er einmal in zwei Jahren nach Laos fährt, um sich dort wochenlang am Opium zu erfreuen. Gefährlich wird es natürlich, wenn man mit verbliebenen Resten in den Taschen nach Thailand einreist. Ich bin allerdings der Meinung, dass die Schönheit des Landes und das Gefühl der Freiheit Droge genug ist, und wem das nicht reicht, der kann ja auf das einheimische und erstaunlich schmackhafte Beer Lao zurückgreifen - bei der Witterung und den schwülen Nächten sicher kein schlechter Tipp.

Kulturdenkmäler finden sich reichlich in Laos, wenn auch vieles im Laufe der Besetzung und während des Vietnamkrieges zerstört wurde. Ein Höhepunkt der Baukunst ist dabei mit Sicherheit der Pha That Luang, auch "Große Stupa" genannt, in der Hauptstadt Vientiane, sowie die zahlreichen und oft sehr gepflegten Baudenkmäler in der alten Königsstadt Luang Prabang.

 

 

 

Landessprache ist Vientiane-Lao, eine Sprache der Thai-Sprachgruppe, weshalb Lao wohl auch Thai verstehen und umgekehrt. Wer Lao lernen möchte, hat dabei viel zu tun- dabei gibt es zum Beispiel 6 Tonarten für Vokale: tief, mittel, hoch, steigend, hoch fallend und tief fallend. Es ist damit also noch schwieriger als Mandarin- Chinesisch. Es gibt 30 Konsonanten und 28 (!) Vokale und Diphthong-Variationen. Die Schrift ähnelt auch der thailändischen (siehe in der Flagge oben links), wobei sich Lao und Thai in etwa wie Lateinisch und Kyrillisch unterscheiden. Die Schreibweise der Vokale ist dabei genauso kompliziert - je nach Vokal steht dieser in der Schrift dann vor, hinter, beidseitig, über oder zwischen den nachfolgenden Konsonanten. Da Laos einst französische Kolonie war, sprechen manche Menschen noch etwas französisch, außerdem wurden viele Wörter nach dem französischen System transkribiert; die Hauptstadt Vientiane wird also von jedermann permanent falsch gelesen- win tjen oder wiintjane sind also falsch und für Lao völlig unverständlich, richtig heißen muss es: "Wieng Chan". Auch Luang Prabang ist nicht das was man denkt, sondern "Luang Phabang". Dass Deutsch nirgendwo gesprochen wird, muss ich nicht extra sagen, auch in Laos kommt man mit Englisch, manchmal zumindest, am besten zurecht.

 

 

 

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