Macaos Topographie, Natur und Klima

Kaum ein Gebiet auf der Erde hat sich in so kurzer Zeit so stark topographisch verändert wie Macao, was bei der Grösse jedoch auch nicht allzu schwer ist. Macao liegt auf der rechten Seite der 珠江口 zyu¹ gong¹ hau² - Flussmündung des Perlflusses. Jener fliesst hier ins Südchinesische Meer. Die Küste in dieser Region ist gekennzeichnet durch zahllose kleine Inseln - und ein sehr flaches Meer, das geradezu dazu einlädt, selbiges zwischen den Inseln trockenzulegen und damit Neuland zu gewinnen. Die Flussmündung selbst ist ein Ästuar - hier treffen sich mehrere grosse Flüsse und bilden eine grosse, kilometerbreite Flussmündung.

Hier ist sogar noch etwas Platz für Natur
Blick von Coloane nach China

Historisch gesehen bestand Macao nur aus der langgestreckten Península de Macau - Halbinsel Macao - verbunden mit dem Festland durch einen langen, schmalen Streifen Land (der heutige Hauptgrenzübergang zur VR China im Norden markiert die Mitte des Isthmus), sowie einer vorgelagerten Insel, genannt Ilha Verde (Grüne Insel), die ca. 1 km von der Küste entfernt lag. Halbinsel und Insel waren damals (bis 1890) ca. 3,4 km² gross. 1851 okkupierte Portugal die vorgelagerte Insel Taipa, die jedoch in Wahrheit damals aus zwei Inseln bestand und insgesamt 2,3 km² gross war. 1864 verleibte sich Portugal die noch ein Stück weiter südlich gelegene Insel Coloane ein - die war damals immerhin 5,9 km² gross.

1890 begann man mit dem Anbau: Die Insel Ilha Verde wurde durch einen künstlichen Damm mit dem Land verbunden. Das Land im Norden der Halbinsel wurde allmählich aufgeschüttet. Auch rund um die Halbinsel wurde angebaut. Heute ist die (ehemalige) Halbinsel Macao satte 9,3 km² gross, wobei die Ilha Verde auf Karten noch als Ex-Insel identifizierbar ist, jedoch schon lange in die eigentliche Halbinsel einverleibt wurde. Auch Taipa wurde grösser - 2009 war die (Ex-)Insel 6,5 km² gross. Coloane - seit jeher weniger stark besiedelt - ist nunmehr 7,6 km² gross. Seit den 1990ern sind COLoane und TAIpa keine einzelnen Inseln mehr - das Gebiet zwischen den beiden Inseln wurde aufgeschüttet und logischerweise Cotai getauft - dieses Gebiet ist flach, mit nagelneuen Hotels und Kasinos vollgebaut und 5,2 km² gross. Geographisch - nicht historisch gesehen - wurden somit innerhalb von guten 100 Jahren aus 11,6 km² insgesamt 28,6 km² - das ist mehr als das 2,5-fache der ursprünglichen Fläche allein durch Neulandgewinnung.

Macao ist mit der nun eins gewordenen Insel Taipa/Coloane/Cotai durch drei Brücken verbunden. Erst die dritte im Bunde ermöglicht es den Einwohnern, selbst bei einem Taifun hin und her zu fahren - die anderen beiden Brücken mussten bei einem Taifun stets gesperrt werden; die Inseln wurden somit jedes Mal von der Aussenwelt abgeschnitten. Man plant übrigens, eine rund 29 km lange Brücke nach Hongkong zu bauen - die sogenannte Hong Kong-Zhuhai-Macau Bridge. Der Bau soll 2011 beginnen und 2016 fertig sein - so nichts dazwischen kommt.

Das Klima in Macao ist feucht und subtropisch. Selbst im Winter fallen die Temperaturen kaum unter 15 Grad. Im Sommer liegen die Temperaturen tagsüber meist bei knapp über 30 Grad, nachts fallen sie dabei kaum. Insgesamt fallen über 2'000 mm Niederschlag pro Jahr (mehr als das 4-fache von Berlin), der allergrösste Teil davon zwischen April und Oktober. Die Luftfeuchtigkeit ist im Sommer meistens extrem hoch: Das merkt man zum Beispiel beim Fotografieren, da die Linse generell nach eins, zwei Sekunden sofort beschlagen ist. Im Herbst ist des weiteren Taifunsaison - gelegentlich treffen dabei Taifune direkt auf die Region und legen den kompletten Verkehr lahm.

 

 

 

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