Prolog

Die Philippinen litten eine sehr lange Zeit erst unter ihren Kolonialherren, dann unter dem Zweiten Welkrieg und hernach, nun endlich unabhängig, unter Willkür, Terror und grenzenloser Korruption. Daraus resultierten vor allem akute Armut und eine unfähige Wirtschaft - sowie unzählige Filipinos, die das Land zwangsläufig verlassen, um irgendwo als Tagelöhner anzuheuern und so ihre Familien zu Hause ernähren zu können. Doch seit der Jahrtausendwende geht es aufwärts. Vorher noch als "kranker Mann Ostasiens" bezeichnet, verzeichneten die Philippinen rund um das Jahr 2012 die höchste Wirtschaftswachstumsrate in der gesamten Region. Wolkenkratzer und Einkaufszentren schießen wie Pilze aus dem Boden, und der Bauboom und viele ausländische Investoren lassen eine neue Mittelschicht gedeihen. Die Philippinen sind im Aufbrauch, und das hat das Land auch verdient. Es ist aufregender denn je, das Land zu besuchen - doch Vorsicht: Der Kontrast zwischen arm und reich ist noch immer sehr beklemmend. Und noch immer gibt es Landesteile, die von Besuchern des Landes gemieden werden sollten.

Visa

Die Philippinen sind reisefreundlich - sehr viele Nationalitäten, darunter auch Deutsche, benötigen kein Visum. Ein noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepass berechtigt zu einem 21-tägigen Aufenthalt. Der letztmögliche Ausreisetermin ist deutlich lesbar auf dem Einreisestempel vermerkt. In den Bureau of Immigration, davon gibt es einige in den größten Städten des Landes, kann man den Aufenthalt auf bis zu 59 Tage verlängern.

 

 

 

Geld

Gezahlt wird auf den Philippinen mit dem Piso (Peso) - das internationale Kürzel für die Währung ist PHP und das offizielle Symbol das Zeichen ₱ (P mit zwei waagerechten Balken durch den Kopf), wobei man dieses Symbol kaum antrifft. Ein Piso besteht aus 100 Sentimo. Es gibt Münzen im Nennwert von 1 Sentimo bis zu 10 Piso, wobei Münzen im Sentimo-Bereich im alltäglichen Gebrauch relativ selten sind. Banknoten gibt es im Wert von 5 bis 1'000 Piso, wobei 500 und 1'000 Piso-Scheine gelegentlich unpraktisch sind, da kleine Läden und Straßenverkäufer oft kein Wechselgeld dafür haben. 5- und 10-Piso Noten werden immer seltener, da man dafür häufiger Münzen benutzt. Von den meisten Geldscheinen existieren zwei Versionen - eine alte und eine neue.

Der Kurs lag Ende 2012/Anfang 2013 bei knapp 55 Piso pro Euro. Die einst galoppierende Inflation ist seit ein paar Jahren gedämmt und die Währung relativ stabil (bis 2010 bekam man sogar bis zu 70 Piso pro Euro). Trotzdem zählt der Piso nicht zu den "härteren" Währungen in Asien - man ist also gut beraten, keine größeren Mengen zu horten und Piso nur im Land umzutauschen, da man das Geld außerhalb des Landes entweder gar nicht oder nur zu sehr ungünstigen Umtauschraten los wird.

Rückseite einer 50-Peso-Banknote
Rückseite einer 50-Peso-Banknote

Vorderseite einer 500-Peso-Banknote
Vorderseite einer 500-Peso-Banknote

In größeren Städten gibt es reihenweise Geldautomaten, die in vielen Fällen neben den gängigen Kreditkarten auch Maestro-Karten akzeptieren. Je nach Bank wird eine mehr oder weniger hohe Gebühr fällig - die liegt in vielen Fällen bei ca. 200 Piso (also knapp 4 Euro). Prinzipiell ist eine Geldkarte von daher recht hilfreich - man muss nicht viel Bargeld mit sich herumtragen und Bankautomaten sind relativ sicher. Trotzdem gilt es, vorsichtig zu sein - vor allem bei Geldautomaten, die im Freien, also an Außenmauern, angebracht sind, denn es gab und gibt Fälle, bei denen Menschen nach dem Abheben verfolgt und überfallen wurden. Selbst Filipinos vermeiden diese und gehen lieber zur Bank oder zu Geldautomaten in Einkaufszentren.

Abseits der großen Städte kann es schwer sein, einen Geldautomaten zu finden - man sollte sich von daher lieber mit genügend Bargeld ausstatten. Geld tauschen ist ebenfalls vielerorts möglich, aber auch hier sollte man Vorsicht walten lassen. Prinzipiell gilt, wie in allen anderen Ländern auch: Wenn das Angebot / der Umtauschkurs zu verlockend klingt, sollte man die Finger von lassen.

Preise

Die Philippinen liegen preislich zwischen Taiwan und Thailand. Man kann für umgerechnet 10 Euro übernachten und für einen Euro genügend essen. Verkehrsmittel, inklusive Taxis, sind sehr billig. Teuer wird es, wenn man sich eigene Fahrer mietet oder bei kleinen Touren mitmacht, was aufgrund fehlender Verkehrsanbindungen bei einigen Reisezielen durchaus sinnvoll ist. Selbst das ist jedoch verhältnismäßig günstig - man kann schon für rund 100 Euro einen Fahrer für einen ganzen Tag mieten - Sprit und Maut inklusive.

Wer nicht viel benötigt, viel läuft und spartan lebt, kann in Hongkong mit 10 bis 15 Euro pro Tag auskommen. Wer etwas mehr Komfort beansprucht, kommt mit unter 50 Euro (inklusive Übernachtung) halbwegs gut über die Runden. Wenn man sich jedoch Touren anschließt und ziemlich aktiv unterwegs ist, kann es schnell auf 100 bis 200 Euro bringen.

 

 

 

 

Anreise

Die Philippinen sind ein Inselstaat, und damit wird die Auswahl schon eng. Offizielle, regelmäßig verkehrende Fähren scheint es nicht zu geben - selbst nicht zum nahen Taiwan oder nach Malaysia. Wer unbedingt mit dem Schiff fahren möchte, muss daher versuchen, bei Reedereien anzufragen. Einige Reedereien genehmigen die Mitnahme von Passagieren, gegen Entgelt natürlich, aber man muss dabei aufpassen, dass man in einem Hafen landet, der eine ordnungsgemäße Einreise in das Land gewährleistet, sonst reist man illegal ein.

Dementsprechend reisen die meisten mit dem Flugzeug ein, wobei das Gros der Besucher erstmal im Ninoy Aquino International Airport (NAIA) landet. Jener ist in vier Terminals untergliedert - ein nationaler und drei internationale Terminals - die allerdings etwas verstreut liegen. Der Terminal 1 ist der größte Terminal des Flughafens - solange man nicht mit Philippine Airlines unterwegs ist, kommt man in der Regel an diesem Terminal an. Mit über 30 Millionen Pasagieren pro Jahr zählt der Flughafen zu den Top 50 in der Welt. Damit ist NAIA nicht nur regional, sondern auch überregional von Bedeutung. Natürlich gibt es zahllose Verbindungen zu anderen Destinationen in Asien, aber es gibt auch viele Verbindungen nach Australien und in die USA. Nach Europa scheint es nur einen Direktflug zu geben - und zwar nach Amsterdam, aber das kann sich freilich schnell ändern.

In jüngerer Zeit kam der rund 80 km nördlich von Manila gelegene Flughafen Clark International Airport als Konkurrent hinzu. Dieser wird hauptsächlich von Billigairlines angeflogen und bietet Verbindungen von und nach Seoul, Pusan, Hong Kong, Taipei, Macao, Singapur, Kuala Lumpur und Bangkok.

Noch sind sie überall: Jeepneys
Noch sind sie überall: Jeepneys

Auf den Philippinen gibt es nur eine funktionierende Bahnlinie - die führt nach Ligao City nahe des berühmten Mayon-Vulkans. Von Manila braucht der Zug für die rund 450 km über 10 Stunden. Es gibt nur drei Durchfahrten pro Woche - allesamt als Nachtzüge. Ziel der Regierung ist es, weitere Bahnlinien in Betrieb zu nehmen, aber bis es soweit ist, spielt die Eisenbahn nur eine untergeordnete Rolle. Im Großraum Manila gibt es zusätzlich die ziemlich neue MRT Manila (Mass Rapid Transit) - eine S-Bahn, die zwar nur aus 3 Linien besteht, aber mit Abstand das schnellste Transportmittel der Stadt ist. Die Fahrkarten kosten zwischen 10 und 20 Piso und sind damit sehr günstig.

Aufgrund der Topographie spielen Inlandsflüge und Fähren eine sehr wichtige Rolle. In Sachen Inlandsflüge ist Manila natürlich das Hauptverkehrskreuz, so dass etliche Inlandsflüge über die Hauptstadt führen. Philippinische Fähren hingegen sind berüchtigt für ihre Sicherheitsmängel und Überlastung - so kamen beim schwersten Schiffsunglück der zivilen Seefahrt seit dem 2. Weltkrieg über 4'000 Menschen ums Leben, als 1987 die Doña Paz nach einer Kollision sank. Bei einem weiteren Unglück sank 2008 die Princess of the Starts und riss knapp 800 Passagiere in den Tod.

Für kürzere Strecken benutzt man auf den Philippinen Busse oder die kleinere Variante - die sogenannten Jeepneys. Letztere sind definitiv eine Besonderheit des Landes und stammen von umgebauten Jeeps der US Army nach dem Ende des 2. Weltkrieges ab. Die meisten Jeepneys sind sehr farbenfroh, haben ein Armeejeep-typisches Aussehen im vorderen Bereich und zwei Sitzreihen parallel zur Fahrtrichtung hinter dem Fahrer, auf denen bis zu 14 Passagiere (gern auch mal mehr) Platz finden. In der Regel gibt es kleine Täfelchen an den Jeepneys, auf denen die (festgelegte) Route, meist handgeschrieben, steht. Wer mit Jeepneys fährt, sollte sich zumindest ein bisschen auskennen, denn die Tafeln mit der Route sind für Ortsunkundige natürlich unnütz, und durch die schmalen Fensterschlitze sieht man nur schlecht, wo man sich gerade befindet. Eine kürzere Fahrt im gleichen Stadtgebiet kostet ab 8 Pisos. Je nach Entfernung steigt der Preis, aber Jeepneys sind im allgemeinen sehr günstig. In jedem Jeepney gibt es einen Fahrgeldeintreiber, aber es ist nicht immer ersichtlich, wer das eigentlich ist. Jeepneys halten auf Handzeichen - man kann überall ein- und aussteigen. Die Fahrzeuge haben sehr starke, aber auch entsprechend laute und schmutzige Motoren. Außerdem fahren Jeepneyfahrer oft eine Weile im Kreis, bis sie genügend Fahrgäste haben, und tragen so zur ohnehin schon angespannten Verkehrslage bei. Aus diesen Gründen gibt es ernsthafte Bemühungen, Jeepneys aus einigen Städten zu verbannen. So viel steht deshalb fest: Je wohlhabender die Philippinen werden, desto schneller werden die Jeepneys verschwinden - sie sind ein liebenswerter (wenn auch lauter und stinkender) Anachronismus.

Noch sind sie überall: Jeepneys
Erfordern etwas Mut: Tricycles

Für noch kürzere Strecken gibt es Tricycles - Motorräder mit Beiwagen. Die angeschweißte und überdachte "Fahrgastzelle" sieht meistens nicht sehr vertrauenserweckend aus, und bei einem selbst kleinen Unfall dürften die Überlebenschancen nicht allzu groß sein. Für kurze Strecken im Stadtgebiet zahlt man ab 8 Piso. Auf dem Land bezahlt man ca. 150 Piso für 10 Kilometer, aber der Preis hängt letztlich vom Verhandlungsgeschick und der Strecke, Uhrzeit usw. ab. Wie überall gilt: Erst den Preis aushandeln, dann einsteigen.

Taxis gibt es ebenfalls überall, und sie sind ziemlich preiswert. Wenn sie denn ein Taxometer haben. Und es auch einschalten. Sehr viele Taxifahrer haben zwar ein Taxometer, wollen es aber nicht einschalten (selbst das vorherige Erkundigen beim Fahrer, ob ein Taxometer vorhanden ist, hilft nicht: Man hört oft ein "Natürlich!", aber sobald man im Auto sitzt, wird es nicht angeschaltet, weil es "kaputt sei"). Wie in zahlreichen anderen Ländern auch, sollte man davon ausgehen, dass Taxifahrer vor allem in Touristen einen "potentiellen Hauptgewinn" sehen und beim Handeln nicht selten völlig überhöhte Preise verlangen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Aber selbst die überhöhten Preise sind noch relativ preiswert im Vergleich zu anderen Ländern, und man muss nicht lange handeln, um den Preis zu drücken. Taxifahrer versuchen zudem nicht selten, sich für kommende Fahrten anzubieten ("Wann fliegen sie zurück? Welche Uhrzeit?" usw.). Das muss nicht schlecht sein: Scheint der Fahrer vertrauenerweckend zu sein, kann man sich so schnell einen guten Fahrer anheuern - und so zum Beispiel für einen ganzen Tag mieten (das geht - und der Preis beginnt bei ca. 100 Euro, Sprit inklusive).

 

 

Essen und Trinken

Die philippinische Küche hat, verglichen mit den kulinarischen Besonderheiten anderer Länder der Region, einen nicht schlechten, aber kaum bekannten Ruf. Japanische, koreanische und chinesische Restaurants gibt es überall, vietnamesische und thailändische ebenso, aber philippinische Restaurants? Dabei ist die Küche durchaus ansprechend, auch wenn einige lokale Besonderheiten nicht jedermanns Sache sind. Berühmt-berüchtigt sind hier vor allem die balut - angebrütete und dann gekochte Enteneier, bei denen man das nahezu vollständig ausgebrütete Ei, nun ja, aufisst. Balut ist kein Restaurantessen, weshalb man kaum Gefahr läuft, es aus Versehen zu bestellen.

Pata - ausgebackenes Schweinebein
Pata - ausgebackenes Schweinebein

Omnipräsent scheinen Adobo-Gerichte zu sein, wobei Adobo eher für einen Geschmack (genauer gesagt eine Marinade) steht, denn nahezu alles kann "adobo" gekocht werden: Hauptsache, die Marinade besteht aus Soyasauce, Essig, Knoblauch und Pfeffer. So ziemlich alles kann so zubereitet werden - Huhn, Rind, Fisch, Schwein und was sonst noch alles so kreucht und fleucht. Als Beilage gibt es häufig Reis - der ist eher körnig und mangels Sauce manchmal schwer verdaulich. Wie auch in Südkorea sollte man dabei beachten, dass Filipinos selten allein essen gehen - und Restaurants sich darauf einstellen: Die Portionen, die man bestellt, sind oftmals zu groß für eine Person (und das Personal weist in der Regel nicht darauf hin), so dass einzeln Reisende oft vor einem Riesenteller landen. Zu den wirklich empfehlenswerten Gerichten zählen zum Beispiel Pata (ausgebackenes Schweinebein) oder auch Lechon (gegrilltes Spanferkel). Auch viele Fischgerichte sind sehr wohlschmeckend, aber das hängt natürlich davon ab, wie gut das Restaurant ist. Auf den Märkten findet man zudem sehr viel frisches Obst und Gemüse - so zum Beispiel philippinische Bananen, die je nach Sorte aussergewöhnlich gut schmecken können.

Fastfood ist omnipräsent - hier: 'Jollibee'
Fastfood ist omnipräsent - hier: 'Jollibee'

Je nach Region gibt es natürlich auch lokale Spezialitäten - je nachdem, was dort angebaut oder gefangen wird. In Großstädten, vor allem natürlich im Großraum Manila, gibt es auch mehr und mehr internationale Restaurants - vor allem in den großen Einkaufszentren. Amerikanische, koreanische, japanische, chinesische, italinienische - selbst deutsche und griechische Restaurants findet man dort mitunter. Hinzu kommen unzählige Fast Food-Ketten, und zwar nicht nur MacDonalds, sondern auch lokale Ketten wie zum Beispiel Jollybee mit über 750 Filialen.

Was Getränke anbelangt, gibt es ebenfalls genügend Auswahl. Die üblichen Soft Drinks sind überall erhältlich, und dazu gibt es einige exotische Tee- oder teebasierte Getränke sowie Fruchtsäfte. Man sieht häufig Straßenhändler, die Buko Juice verkaufen - Kokosnussmilch, die entweder direkt in der Frucht oder in Bechern bzw. auch Dosen verkauft wird. Manchmal wird Sirup dazu angeboten, da die Kokosmilch selbst keinen starken Eigengeschmack hat. Was alkoholische Getränke anbelangt, ist auch auf den Philippinen Bier überaus beliebt. Die bekannteste Brauerei nennt sich San Miguel und produziert unter anderem das gleichnamige Bier. Die gleiche Brauerei produziert auch Red Horse - ein Bier mit mehr als 7% Alkoholgehalt. Philippinisches Bier ist genießbar, stellt aber nicht unbedingt den Höhepunkt der Bierbrauerkunst dar. Mit anderen Sorten der Region, so aus Japan, China, Korea usw., kann das örtliche Bier durchaus mithalten.

 

 

 

 

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