Geschichte - kurzer Überblick

Die heutige Slowakei bildete einstmals eine der Aussenprovinzen des Römischen Reiches, dass sich später jedoch zurückziehen musste. Ab Ende des 5. Jhd. kamen die ersten Slawen ins Land und verdrängten die anderen Stämme, wobei sie sich jedoch der Awaren im heutigen Ungarn (siehe →Geschichte Ungarns) erwehren mussten. Anfang des 9. Jahrhunderts bildeten sich erste Fürstentümer - so dass Mährische Fürstentum im Westen und das Neutraer Fürstentum, benannt nach der Stadt Nitra im Südwesten.

833 vereinnahmte man das Neutraer Fürstentum - es entstand das Großmährische Fürstentum (siehe auch →Geschichte Tschechiens), das weit über die Grenzen der heutigen Slowakei hinausging. Gute 20 Jahre später leiteten die Mönche Method und Kyrill aus →Ohrid die Christianisierung ein. Im Jahre 907 wurde das Großmährische Reich jedoch von den Ungarn zerschlagen.

Auch das Neutraer Fürstentum wurde von den ungarischen Stämmen erobert. So zerfiel es in etliche kleine Fürstentümer, die nach und nach von den Ungarn erobert wurden. Als im Jahr 1000 das Erste Ungarische Königreich gegründet wurde, gehörten weite Teile der heutigen Slowakei dazu. Die Ungarn übernahmen dabei auch zahlreiche slawische Wörter und Verwaltungsstrukturen. Kurz gesagt blieb die Slowakei bis 1918 ungarisch - nur ein kleiner Teil im Norden gehörte zu →Polen. Das Grenzfürstentum Nitra (Neutra) hatte jedoch grössere Freiheiten. Durch den Abbau von Gold und Silber kam die Region schnell zu Reichtum. Nach den verheerenden Mongoleneinfällen um 1241 wurden zahlreiche Deutsche ins Land gerufen, um die entvölkerten Gegenden neu zu beleben.

Nach dem Sieg der Osmanen gegen die Ungarn 1526 wurde die Slowakei zum Mittelpunkt des nicht osmanisch besetzten Königlichen Ungarns, das aber de facto den Habsburgern gehörte. Bratislava wurde zur Hauptstadt, während →Buda an Bedeutung verlor. Im 17. Jahrhundert wurde es turbulent. Die Osmanen stellten eine permanente Bedrohung dar. Die Reformation wurde von der Gegenreformation zerschlagen. Und es gab etliche schwere Aufstände gegen die Habsburger.

Erst 1711 konnte der Frieden von Sathmar (→Satu Mare) die Kämpfe gegen Osmanen und Habsburger beenden. Die Osmanen zogen sich aus Ungarn zurück, und letzteres wurde von der Slowakei aus wiederaufgebaut. Zu Lasten der Slowaken - die Region verlor an Bedeutung. 100 Jahre später sorgte die Napoleonischen Kriege auch in dieser Region für viel Leid. 1831 kam es zu einer Choleraepidemie, welche schliesslich im Osten einen heftigen Bauernaufstand zur Folge hatten.

Ab der Mitte des 19. Jhd. wurde die Slowakei zwar industrialisiert, aber gleichzeitig wurde die Magyarisierung vorangetrieben - vorher gegründete slowakische Schulen wurden geschlossen und Ungarisch zur Pflichtsprache für alle. Das wurde vor allem nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich von 1867 problematisch - die Slowakei geriet noch mehr unter ungarischen Einfluss, während sich →Tschechien unter der fortschrittlicheren Herrschaft der Österreicher wesentlich besser entwickeln konnte. Doch schon damals gab es natürlich auch nationalistische Gruppierungen, die schon früh engen Kontakt zu tschechischen politischen Gruppen knüpften. Den Slowaken ging es damals in vielen Regionen so schlecht, dass eine geschätzte halbe Million nach Amerika auswanderte.

Nach der Niederlage von Österreich und Ungarn im Ersten Weltkrieg trugen die tschechisch-slowakischen Kontakte Früchte - die Unabhängigkeit der Tschechoslowakei wurde propagiert. Die jedoch nur bis 1939 Bestand hatte. Tschechien wurde von Deutschland besetzt; die Slowakei hindes wurde zum ersten Mal unabhängig. Aber nicht wirklich - unter Jozef Tiso wurde nur ein faschistischer Marionettenstaat gebildet. Der Großteil der jüdischen Minderheit wurde an die Deutschen ausgeliefert und ermordet.

Von August bis Oktober 1944 kam es zum Slowakischen Nationalaufstand gegen die Faschisten, der jedoch blutig niedergeschlagen wurde - unter Mithilfe der SS. 1945 rückte die Rote Armee ins Land ein. Im bereits befreiten →Košice wurde eine provisorische Regierung installiert. Die Tschechoslowakei wurde erneut gegründet - 1948 griffen dort schliesslich die Kommunisten nach der Macht.

Zur Geschichte der Tschechoslowakei von 1948 bis 1993 siehe →Geschichte Tschechiens. Die Slowakei wurde zum 1. Januar 1993 nach der samtenen Scheidung zum zweiten Mal unabhängig. Vladimír Mečiar wurde Ministerpräsident, aber er wurde vom Ausland aufgrund seines Regierungsstils argwöhnisch betrachtet. Obwohl er auch die Wahlen von 1998 und 2002 gewann, musste er 1998 seinen Posten abgeben, da er keine Mitstreiter fand. Einige Gerüchte über mafiaähnliche Zustände im Land machten die Runde. Trotz allem wurde die Slowakei 2004 sowohl in die NATO (fünf Jahre nach Tschechien) als auch in die EU aufgenommen. Das Land zeichnet sich durch ein kräftiges Wirtschaftswachstum, aber auch durch sehr niedrige Löhne aus.

 

 

 

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