Geschichte - kurzer Überblick

Slowenien hat eine wechselvolle Geschichte und lag schon immer im Einflussbereich der benachbarten Großmächte. Ungarn, Serbien, Deutschland, Italien, selbst Tschechien mischte mit. Und - Slowenien war nicht immer so klein wie heute.

Weite Gebiete des westlichen Balkans wurden erst von Illyrern, dann von Kelten besiedelt - auch das heutige Slowenien. Aber auch die Griechen mischten schon früh mit, indem sie eine Kolonie an der Adriaküste gründeten. Das sogenannte Königreich Noricum wurde um 100 v.u.Z. gegründet, aber wie auch die südlichen Nachbarn wurde Noricum vom Römischen Reich vereinnahmt. Nach der Teilung wurde die Region Teil des Weströmischen Reiches und darauf von Germanen regiert. Erst im 6. Jhd. erreichte der namensgebende slawische Stamm der Slowenen das Gebiet und liess sich in den Südalpen nieder. Nachdem andere Stämme vertrieben wurden, gründete man das Fürstentum Karantanien - selbiges umfasste auch grosse Teile Südösterreichs. Ein grosses westslawisches Reich wurde gegründet, aber kurz darauf, Ende des 8. Jhd., von den Franken zerschlagen. Danach kamen die Bayern und viele deutsche Siedler, die Sloweniens Geschicke mehr als 1000 Jahre lang massgeblich beeinflussen sollten.

Im 10. Jhd. verbreiteten die Ungarn in Mitteleuropa Angst und Schrecken (siehe auch →Geschichte Ungarns), doch erst Otto I. kann das beenden. Forthinerfuhr das Gebiet erneut einen grossen Einfluss von den Germanen. Ab dem 12. Jhd. erstarkte das nicht sehr weit entfernt liegende Venezien, doch gab es im 13. Jhd. noch ein kurzes Intermezzo durch den Böhmenkönig Ottokar Přemysl II. (siehe auch →Geschichte Tschechiens). Danach blieb das heutige Westslowenien entlang der Adriaküste sehr lange unter venezianischer Herrschaft, jedoch das vorherig slowenische Gebiet der Steiermark, Kärnten und der Krain sowie die Stadt →Triest (Italien) und Ostslowenien wurden forthin österreichisch bzw. habsburgisch.

Erwähnenswert ist jedoch die Grafschaft der Sanegg, welche grosse Teile des heutigen Sloweniens und →Kroatiens umfasste und sich im 14. bis 15. Jhd. gegen Habsburger und die Venezianer Dogen behaupten konnte. Nach dem 15. Jahrhundert war die ganze Region ausser der Küste habsburgisch, wurde aber durch Unruhen und Einfälle der Türken geschwächt. Letztere nahmen fast den ganzen Balkan ein, konnten sich aber so weit im Norden nicht behaupten.

1809 erreichte Napoleon die Region und fasste weite Teile des historischen Sloweniens und Dalmatiens zur Illyrischen Provinz zusammen. Was durchaus einen Aufschwung mit sich brachte. Doch auch als Slowenien nach dem Kongress von Berlin wieder habsburgisch wurde, blühte das Land weiter auf. Die slowenische Kultur gedieh und wurde gefördert, und mit der Zeit erreichten Industrialisierung und Eisenbahnen die kleine Provinz. Nach der Niederlage Österreich-Ungarns sahen die südslawischen Vöker ihre Chance, sich zu vereinigen. Diese Idee bestand durchaus auch schon vorher. So gründete man 1918 das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, dominiert vom grossen Kriegsgewinnler →Serbien, was auch in Slowenien durchaus eine starke Opposition fand. 1929 wurde das Königreich schliesslich in Jugoslawien umbenannt.

Nachdem Jugoslawien 1941 plötzlich den Austritt aus dem zuvor erzwungenen Pakt mit den faschistischen Achsenmächten bekanntgab, erging es auch Slowenien schlecht. Es wurde kurzerhand zwischen Deutschland, Ungarn und Italien aufgeteilt und besetzt. Wie auch in anderen Gebieten Jugoslawiens formierte sich der Widerstand. Jedoch gab es zahlreiche verschiedene Widerstandsgruppen mit unterschiedlichen Interessen, die sich zum Teil auch untereinander bekämpften. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurde auch Slowenien erneut Teil des nunmehr sozialistischen Jugoslawiens. Nach Tito's Tod wurde die politische Lage jedoch unstabil und die Unzufriedenheit wuchs. Ein Grund dafür war die Verschlechterung der gesamten Wirtschaft, obwohl bzw. da Slowenien zusammen mit →Kroatien wirtschaftlich zu den bevorteilten Regionen Jugoslawiens zählte. Ende der 1980er wurde der Provinz Kosovo plötzlich der Autonomiestatus aberkannt, was in Slowenien berechtigte Sorgen auslöste.

Slowenien führte 1990 als erster jugoslawischer Staat freie Wahlen durch. Die Kommunisten verloren und mit grosser Mehrheit beschloss man schnell die Loslösung von Jugoslawien. Nicht ohne sich vorher militärisch zu wappnen. Am 25. Juni 1991 erklärte man die Unabhängigkeit und schloss flugs die Grenzen mit eigenen Truppen. Jedoch waren noch zahlreiche Kräfte der serbisch dominierten JNA (Jugoslawische Volksarmee) im Land, die umgehend versuchten, das Land zu besetzen. Der sogenannte 10-Tage-Krieg brach aus, aber er verlief verhältnismässig unblutig. Man einigte sich schliesslich darauf, mit der Unabhängigkeit ein paar Monate zu warten, damit die JNA abziehen kann. Ein Grund für die doch relativ glatt gelaufene Loslösung ist wohl die Tatsache, dass kaum Serben in Slowenien leben und das Land auch so nicht zum traditionellen serbischen Interessengebiet gehört.

Slowenien hatte günstige Voraussetzungen - und zwar zwei potente Nachbarn, Österreich im Norden und Italien im Westen. Sowie eine halbwegs funktionierende Landwirtschaft und relativ viel Industrie. Und nicht zu vergessen den Tourismus. Mit Italien gab es jedoch auch Spannungen aufgrund von Regressionsansprüchen im Hinterland von →Triest (Italien). Die konnten mehr oder weniger beseitigt werden, so dass auch Italien grünes Licht für den EU-Beitritt gab. Der geschah schliesslich innerhalb einer grossen Beitrittswelle im Frühjahr 2004.

Mehr zur Geschichte der Region, vor allem Ex-Jugoslawiens und der Zeit nach 1990, siehe auch: →Kroatien, →Serbien, →Montenegro, →Bosnien-Herzegowina und →Mazedonien!

 

 

 

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