Taroko & Lishan
Taroko & Lishan
Lishan - Lage in Taiwan


Lishan: Provinz Taichung | Einwohner: 1000 | URL: http://www.internet.com.tw/lishan/ (Nur Chinesisch!)
Eindruck Die Taroko-Schlucht und Lishan liegen auf dem Weg der Nördlichen Ost-West-Durchquerung Taiwans (Ostwestdurchquerung). Richtig! Es gibt noch eine Durchquerung im Süden zwischen Tainan und Taitung. Die nördliche Hauptroute allerdings ist aufgrund von Erdbebenschäden immer noch unpassierbar. Westlich von Lishan geht es nicht weiter!!! Die Bergwelt Taiwans ist spektakulär. Die Berge sind bis knapp 4000 m hoch, und die Strasse verläuft nicht immer im Tal. Anfangs im Osten allerdings schon: Durch die Taroko-Schlucht. Eine wirklich sehr schöne Landschaft, die ein bisschen an die Via Mala in der Schweiz erinnert. Dort kann man auch viel wandern. Ansonsten ist der Weg das Ziel...atemberaubende Wechsel von Bergen, Schluchten und Wolken. Unbedingt mitnehmen!!!
Sehenswürdiges
  • Ein Stückchen nördlich von Hualien geht eine Strasse nach Westen direkt hinein in die Taroko-Schlucht (Taroko-Gorge). Viel Platz ist nicht in dem engen Tal, so dass die Errichtung einer Strasse mit Sicherheit eine enorme Ingenieursleistung erforderte. Der Bau kostete wohl auch knapp 500 Menschenleben. In der Schlucht gibt es bemerkenswerte Marmorvorkommen und viele Felsüberhänge, die wohl auch ab und zu abgehen.

  • Mitten im Nationalpark befindet sich der grösste Ort in der Schlucht - Tienhsiang (Tienhsian). Dort gibt es auch Übernachtungs- und Einkaufsmöglichkeiten sowie einen Busbahnhof. Auch zahlreiche Wanderwege beginnen hier. Nutzt einem nicht viel, wenn es die ganze Zeit wie aus Kannen giesst...

  • Etwas östlich von Tienhsiang an der Strasse befindet sich eine Stelle, an der sich beiderseits die Felsvorhänge nahezu schliessen. Auch mittags ist es hier ziemlich dunkel. Schaut man an dieser Stelle gen Himmel, kann man grob die Umrisse Taiwans erkennen!!! Allerdings ist die Stelle etwas schwer zu finden. Der Ort hat auch einen Namen: zhuïlù dàduàn'yá (zhuilou daduan'ya).

  • Im Ort Tienhsiang selbst gibt es auch andere Highlights, so die weithin sichtbare Qïzhòng-Pagode (Qizhong-Pagode), welche den Besucher nochmal eindringlich darauf hinweist, in welchem Teil dieses Planeten er eigentlich gerade steckt.

  • Von Tienhsian kann man mit dem Bus bequem Richtung Lishan fahren. Die Strasse verlässt die Taroko-Schlucht und schraubt sich dabei immer weiter in höhere Lagen. Mehrere Stunden Serpentinenfahrt...das dürfte nicht jedermanns Sache sein. Irgendwann erreicht man dann Dàyûlïng (Dayuling), lit. "der Gipfel Dayu" - ein kleiner, schmutziger Truckstop in wohl über 2000 m Höhe. Die Szenerie dort ist freilich gigantisch. Hier geht die Strasse in drei Richtungen: Nach Puli im Westen, Lishan im Norden und ebend Hualien im Osten. Richtung Westen gibt es keine Busse!!!

  • Weiter nördlich kommt man dann ins Dorf Lishan (Lishan), einem etwas gross geratenen Bauerndorf in 1900 m Höhe. Hier gibt es nichts, aber auch rein gar nichts zu sehen! Vom hoch gelegenen Dorf hat man einen schönen Ausblick Richtung Norden, das war's dann aber auch schon. Man kann noch nicht mal wandern, weil alles ums Dorf herum von Obstplantagen belegt und somit Privatbesitz ist. Ausgehen am Abend kann man auch vergessen. Man kann sich höchstens im Hotelzimmer verbarrikadieren und Fernsehen schauen oder Tagebuch schreiben. Schade eigentlich. Lishan ist nur als Transitstopp gut.

  • Von Lishan geht es nicht mehr weiter Richtung Westen (siehe Reiseroute). Will man nach Westen, muss man zurück nach Dàyûlïng und von dort Richtung Puli (Puli). Kurz hinter Dàyûlïng geht es noch mal steil bergauf, bis man schliesslich auf dem Héhuânshân (Hehuan-Berg) angelangt ist. Dieser Berg ist immerhin gute 3400 m hoch. Hier gibt es auch Taiwans einziges Skiressort, welches jedoch freilich nur im Januar und Februar schneesicher ist. Dementsprechend gibt es oben auch viele Parkplätze, viel Verkehr, viele Hotels und sogar einen Armeestützpunkt! Alle, die zu faul zum Bergsteigen sind, sind hier an der richtigen Adresse.

  • Ab dem Héhuânshân geht es nur noch abwärts und über Ûshâ und Puli Richtung Taichung, welches bereits in der Küstenebene liegt. Die Veränderung der Vegetation ist beachtlich - im Westen ist es schliesslich wesentlich wärmer, selbst im Januar herrschen hier nicht selten 25 Grad und mehr. Die Gegend um Ûshâ ist touristisch sehr erschlossen, hier machen viele Taiwanesen Urlaub.
  • Übernachten In Usha und Puli gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten, und so auch am Héhuânshân, wobei es dort sicherlich ziemlich teuer wenn nicht sogar ausgebucht sein dürfte. In Dàyûlïng gibt es keine Hotels. In Lishan reihen sich entlang der kurzen Mintsu Rd. (leicht zu finden - es ist die kürzere der beiden Strassen im Dorf) Hotel an Hotel. Ein richtiges Schnäppchen findet man allerdings nicht, denn Ausländer kommen selten hierher und Taiwanesen haben Geld. In welchem Hotel man absteigt scheint Jacke wie Hose zu sein. Ich jedenfalls stieg im Shengxin-Hotel (Shengxin shènxïn dàfàndiàn ) unter. Das bedeutet "Hotel des Heiligen Herzens". Wow. Da ich weit ausserhalb der Saison da war, bekam ich von anfang an Rabatt - statt 1500 Yuan zahlte ich "nur" 600 Yuan, immerhin 20 €. Die Ausstattung ist jedoch dem Preis angemessen. Es gibt sogar englische Fernsehkanäle, dafür aber keine Heizung. Das erste Mal, dass ich im Hotelzimmer meinen eigenen Atem sehen konnte. Als Trost gab es eine Heizdecke. Das Hotel ist leicht zu finden, trotzdem hier die Adresse: Adresse des Hotels in Lishan >