Prolog

Auf Transnistrien war ich sehr neugierig: Nach einem Besuch in der Ex-Sowjetunion 1992 und Touren in die Ukraine und nach Moldawien war ich gespannt, wie es in Transnistrien aussieht. Alles, was man hört, sind Gerüchte, und die sind meistens nicht gut. Wieviel Propaganda ist dabei? Ist es wirklich so schlimm? Alles in allem wurde es eine Zeitreise in die Vergangenheit: Vieles erinnerte an Osteuropa vor 20 Jahren. Es war alles nicht so schlimm wie vorher gehört - es sah weder besser noch schlechter aus als in Moldau, und die Leute waren mindestens genauso freundlich. Andererseits war die offensichtliche Armut erdrückend.

Achtung: Die Tatsache, dass Transnistrien in dieser Webseite als einzelnes Land aufgeführt wird, sagt nichts über die persönliche Auffassung des Status des Landes aus. Es drückt lediglich den Fakt aus, dass Transnistrien für Reisende ein de facto unabhängiges Land ist - mit Grenzkontrollen, eigener Armee, eigenem Geld usw. Man sollte darüber nicht vergessen, dass Transnistrien nachwievor de jure ein Teil Moldawiens ist.

Einschränkungen

Man darf sich frei in Transnistrien bewegen. Die alte Regelung, nachdem man sich bei einem mehr als drei Stunden dauernden Aufenthalt registrieren lassen muss, ist nicht mehr gültig. Aber: Wer über Nacht bleibt, muss sich bei OVIR und dem Miliz-Passbüro in →Tiraspol registrieren lassen. Vorher nimmt einen kein Hotel auf. In einigen Gegenden, so auch in →Bendery, herrschte bis 2004 noch eine nächtliche Ausgangssperre. Für strategisch wichtige Objekte (militärische und Infrastruktur-, Industrieobjekte) gilt unbedingtes Fotografierverbot. Achtung: Vor einer Fahrt nach Transnistrien unbedingt über die aktuelle Lage informieren!!! Das Land selbst ist sicher und die Leute freundlich, aber die politische Lage kann schnell kippen.

 

 

 

Geld

Die PMR hat eigenes Geld. Nach haarsträubender Inflation, bei der teils alte Geldscheine mit neuem Wert überdruckt wurden, hat die staatliche Bank 2000 neues Geld eingeführt - scheinbar wurde der Kurs auch freigegeben, weshalb es jetzt keine Schwarztauscher mehr gibt.

Der neue PMR-Rubel
Der neue PMR-Rubel
Die UdSSR lebt!
Die UdSSR lebt!

Die Währung heisst Rubel - was sonst. Für einen Euro bekommt man gute 10 Rubel (Stand: August 2006 - im Sommer 2004 waren es 9, die Währung ist also momentan halbwegs stabil). Es gibt Münzen zu 1, 5, 10, 25 und 50 Kopeken (man beachte die Rückseite, siehe Foto!) sowie Geldscheine im Wert von 1, 5, 10, 25, 50 und 100 Rubel.

Hinweis: Wer nur einen Tag in Transnistrien verbringt, sollte nicht mehr als 5 bis 10 Euro tauschen. Man wird das Geld nämlich nicht los. Getauscht werden können auch Moldawische Lei - Tauschbuden gibt es überall. Geldautomaten gibt es keine.

Preise

Die Preise sind sozialistisch. Teure Restaurants und Geschäfte gibt es auch kaum. Für einen Euro können zwei Personen Mittag essen - so schmeckt es dann aber auch. Transportmittel sind auch überall billig.

 

 

 

 

Anreise

Mit Bus oder Bahn. Alle Züge von →Bukarest und →Chişinău nach →Kiew sowie die Züge von →Chişinău nach →Odessa fahren über →Bendery und →Tiraspol. Nachtrag: Aufgrund diverser Streitigkeiten wurde der Zugverkehr wohl erstmal weitestgehend eingestellt (Sommer 2006). Es gibt viele Grenzübergänge in die →Ukraine, der wichtigste jedoch liegt im Südosten bei Pervomaisc. Zahlreichen Berichten zufolge ist das Überqueren der Ukrainisch-Transnistrischen Grenze für Reisende nicht empfehlenswert da mit hohen Bestechungssummen verbunden.

Von →Chişinău und →Comrat fahren zahlreiche Busse. Von der Hauptstadt dauert es bis →Bendery eine Stunde, bis →Tiraspol knapp zwei Stunden. Die Fahrt kostet 14 Lei (1 Euro) bzw. von Bendery nach Chisinau 7 Rubel (0.8 Euro).

Unterwegs im Land

Da es nördlich von Bendery und Tiraspol keine Eisenbahn gibt, mit Bussen und Marshrutkas (Sammeltaxis). Zwischen →Bendery und →Tiraspol fahren auch Trolleybusse (0.7 Rubel). Vereinzelte Taxis gibt es auch.

 

 

Essen und Trinken

McDonalds und Co. gibt es hier freilich nicht. Mit Restaurants sieht es auch ziemlich schlecht aus - zumindest in Tiraspol gibt es jedoch ein paar wenige. Darunter sogar eine Pizzeria. Ansonsten findet man mit Glück ein altmodisches Selbstbedienungsrestaurant, wo man nehmen muss was es gibt (und das ist nicht unbedingt viel) und mit dem Abakus abgerechnet wird. Eine spezielle Küche gibt es natürlich nicht - russisches, ukrainisches und moldawisches Essen steht auf dem Programm. Mit Lebensmittel eindecken kann man sich in den zahlreichen zentralen Märkten. Die Preise sind natürlich sehr niedrig.

Gegessen wird, was auf den Tisch kommt!
Gegessen wird, was auf den Tisch kommt!

Man produziert auch Bier - genannt Старая Крепость Staraya Krepost' (Alte Festung). Ist aber nicht empfehlenswert. Ansonsten werden sehr viele Getränke und auch Lebensmittel vor allem aus dem Nachbarland →Ukraine exportiert. Die transnistrische Firma Kvint mit modernem Firmensitz in Tiraspol stellt sehr passablen Wein, vor allem aber Cognac her. An den unvergleichlichen armenischen Cognac kommt er zwar nicht ganz heran, aber zu verachten ist er nicht. Der Kvint-Cognac ist ein echter Exportschlager - vor allem in Russland. Während man in Transnistrien nur ca. 4 Euro für einen 10 Jahre alten Kvint bezahlt, kostet er in Moldau schon das Doppelte.

 

 

 

 

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