Landesname

Aufgrund seiner Geschichte hat Macau zahlreiche Namen: Der ganz offizielle Name lautet 中華人民共和國澳門特別行政區 - Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó Àomén Tèbié Xíngzhèngqū - "Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China Aomen". Dies sind die alten Schriftzeichen (die nur noch in Hongkong, Macao und Taiwan in Gebrauch sind). Im Rest der Republik schreibt man Macao 中华人民共和国澳门特别行政区. Die offizielle portugiesische Bezeichnung ist die exakte Übersetzung des chinesischen Namens: Região Administrativa Especial de Macau da República Popular da China.

Natürlich benutzt niemand die langen Namen. Auf Chinesisch wird Macao mit 澳門 (澳门) abgekürzt. Im Kantonesischen (der mit Abstand am verbreitetsten Sprache in der Gegend) klingt das in etwa wie "Oomun", im Hochchinesischen wie "Aomen". Auf Portugiesisch wird die Enklave Macau geschrieben - und so auch im Englischen - aber es klingt eher wie "Macao". Daher wird im Deutschen und zahlreichen anderen Sprachen Macao benutzt.

Bleibt nur noch die Frage, was der Name Macau bedeutet. Als Portugiesen erstmals dort strandeten, nannten die Einheimischen den Namen Ma-gao (媽閣). Ma stammt von A-ma, einer Schutzgöttin aller Seefahrer, sowie gao (eigentlich gak, kak), was unter anderem Küste bedeutet. Daraus wurde schliesslich Macao. Der chinesische Name 澳門 bedeutet hingegen Tor zur Bucht.

Fläche & Bevölkerung

Anklickbare Karte von Macao
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Macao ist gerade mal 29,2 km² (2008, im Jahr 1989: 17,4) gross* - im Vergleich dazu ist Berlin 32 mal grösser und Hongkong 40 mal grösser. Tendenz: Steigend - Macao wird grösser.

In Macao leben rund 544,000 Menschen (2009) - das sind fast 18,500 Einwohner pro Quadratkilometer (Berlin: 3,800, Hongkong: 6,000) - Tendenz: fallend.*. Damit ist Macao das dichtbesiedeltste Gebiet (bzw. politische Einheit) auf der Erde. Macao hat noch einen Rekord: Die Lebenserwartung ist hier mit über 84 Jahren (2008) am höchsten und die Kindersterblichkeitsrate am geringsten. Macao hat ca. 1.5 Mio Besucher pro Monat (die im Schnitt 1.5 Tage bleiben).

Über 95% sind Chinesen. Eine besondere Gruppe stellen die Macanesen (rund 2%), die aus Mischehen zwischen Chinesen und Portugiesen entstanden. Portugiesen gibt es auch, aber man muss schon nach ihnen suchen. Ca. 47% der Bewohner wurden im Festlandschina geboren, mit dem Grossteil aus den nahen Provinzen Kanton und Fujian.

Religion

Aus historischen Gründen ist das Christentum verhältnismässig stark - knapp 10 Prozent (die meistend davon Katholiken) sind Christen. Ansonsten findet man die üblichen chinesischen Religionen: Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus usw.

Zeitzone

Peking-Zeit - während der Sommerzeit in Mitteleuropa ist Macao 6 Stunden voraus, im Winter 7 Stunden (es gibt keine Sommerzeit in China/Taiwan/Macao/Hongkong).

 

 

 

Deutsch
Mandarin
Kantonesisch
Danke 谢谢 (xiè​xie​) 多謝 (do1 ze6)
Bitte* (qǐng)​ 唔該 (m4 goi1)
Ja ** (shì)​​ (hai6)
Nein 不是 (bù shì)​​ 唔係 ng4 hai6
Wie geht's? 你好(嗎) (nǐ hǎo {mà}) 你點呀 (nei5 dim2 aa1)
* Nicht als Antwort auf "Danke", sondern wenn man um etwas bittet.
** Wird jedoch kaum alleinstehend benutzt

Fast 90% der Macanesen sprechen 粵語 Yuèyǔ (Kantonesisch) als Muttersprache. Kantonesisch gehört zum Chinesischen, unterscheidet sich aber in zahlreichen Aspekten vom Hochchinesischen: Aussprache, Tonhöhen, Vokabeln und zum Teil sogar die Schriftzeichen unterscheiden sich. Die Aussprache ist etwas schwerer als im Hochchinesischen - dort gibt es "nur" 4 Tonhöhen, im Kantonesischen 6. Im Gegensatz zum Hochchinesischen gibt es Verschlusslaute, also Silben, die zum Beispiel auf -k oder -t enden.

Selbst in Punkto Schriftzeichen gibt es zwei grosse Unterschiede: Zum einen verwendet man im Kantonesischen Schriftzeichen, die im Hochchinesischen kaum oder gar nicht verbreitet sind (Beispiel "Kakerlake": Im Kantonesischen 曱甴, im Mandarin 蟑螂 geschrieben). Zum anderen hat die VR China einst ca. 2,500 Schriftzeichen vereinfacht - Taiwan, Hongkong und Macao benutzen hingegen nachwievor die alten Zeichen (Beispiele für die Vereinfachung: 衛 → 卫, 議 → 议).

Tonlagen im Kantonesischen

Es dürfte eine Weile dauern, bis man nicht nur ein paar Wörter Kantonesisch sprechen kann, sondern auch die Antworten verstehen kann. Das liegt vor allem an oben erwähnten Tonhöhen. Es gibt jedoch - wie bei allen Sprachen - eine gewisse Toleranzschwelle. Sagt man zum Beispiel 唔該,埋單 m4 goi1, mai4 dan1 im Restaurant und achtet grob darauf, dass m und mai tief, goi und dan hingegen etwas höher gesprochen werden, wird man in der Regel verstanden: Aha, die Rechnung bitte. Problematischer wird es bei kurzen Ortsnamen zum Beispiel, wo es wirklich um die richtige Tonlage geht.

Was Ausschilderungen anbelangt, so ist man in Macao zwei- bis dreisprachig: Strassennamen und Wegweiser sind generell in Kantonesisch und Portugiesisch vorhanden, manchmal auch in Englisch. Portugiesisch hört man jedoch nicht allzu oft, und Englisch ist ebenfalls nicht allzu verbreitet - man kommt damit eher schlecht als recht voran. Aber: Es reicht aus, um sich halbwegs verständigen zu können. Hochchinesisch hingegen wird vielerorts verstanden. Dies spiegelt die Besucherzahlen wieder: Die meisten Kurzbesucher in Macao kommen aus Hongkong und Festlandschina, nicht aus Europa oder Amerika.

Zu guter letzt sollte noch Macanesisch (auch: Patúa oder Macaista) erwähnt werden: Eine Kreolsprache, in diesem Fall ein stark malaiisch gefärbtes Portugiesisch (da vor Jahrhunderten viele Portugiesen Malaien in Malacca ehelichten und dann nach Macao kamen). Macaista wird jedoch nur von wenigen tausend Bewohnern gesprochen und ist vom Aussterben bedroht.

 

 

Anabella wrote:

Ich komm ursprünglich aus Macau und war seid meiner Kindheit leider nicht mehr da. Würde echt gern mal wieder in mein Heimatland reisen.

Posted by Anabella on August 30, 2010 19:54

 

 

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