Name

Der offizielle deutsche Name lautet Republik der Philippinen, auf Filipino hingegen Republika ng Pilipinas. Der Name klingt spanisch, und das ist er auch: Der spanische Entdecker Villalobos benannte die Inseln nach dem damaligen spanischen König Philipp - jener war damals, 1543, gerade mal 16 Jahre alt. Obwohl der Name relativ "jung" ist, hat er sich in so ziemlich jeder Sprache durchgesetzt - selbst der chinesische Name (菲律賓 - fēilǜbīn) oder der japanische Name (フィリピン firipin) ist, so langsam gesprochen, für jedermann verständlich.

Fläche & Bevölkerung

Philippinen-Karte: Bitte anklicken
Anklickbare Karte der Philippinen

Die Philippinen sind ziemlich genau 300'000 km² groß und damit nur etwas kleiner als Deutschland. Das Land besteht aus gut 7'000 Inseln, von denen geschätzte 880 Inseln bewohnt sind. Damit sind die Philippinen der fünftgrößte Inselstaat der Erde - nach Indonesien, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Japan.

Die Philippinen haben rund 92 Millionen Einwohner (Deutschland: 82 Millionen), und die Tendenz ist nachwievor steigend. Das bedeutet, dass hier rund 300 Menschen pro km² leben. Wenn man bedenkt, dass tausende Inseln unbewohnt sind, ergibt sich damit eine außergewöhnlich hohe Bevölkerungsdichte, die fast an die von Japan heranreicht.

Auf den Philippinen leben zahlreiche (bis zahllose) verschiedene ethnische Gruppen, die je nach Insel und Siedlungsgebiet (vor allem ob sie im Hoch- oder Tiefland leben) ganz eigene kulturelle Besonderheiten - und Sprachen - haben. Die größte ethnische Gruppe ist die der Tagalen, aber selbst diese machen nur ein gutes Viertel der Gesamtbevölkerung aus. Die größte Gruppe von Einwanderern machen die Chinesen aus - es leben geschätzte 300'000 Chinesen im Land.

Religion

Aus historischen Gründen ist das Christentum sehr stark - rund 90 Prozent der Philippiner sind Katholiken und knapp 5% Moslems. Den Katholizismus verdankt das Land den ehemaligen spanischen Kolonialherren. Nachwievor sind jedoch noch einige Missionare im Land unterwegs, zum Beispiel Protestanten aus Südkorea, die mit Geld und Missionsarbeit versuchen, ihren Einfluß auszudehnen.

Zeitzone

Die Philippinen haben die gleiche Zeitzone wie Westaustralien, China und Malaysia - UTC (Greenwich-Zeit) + 8 Stunden. Die Philippinen sind Mitteleuropa damit 7 Stunden (Winterzeit) und 6 Stunden (Sommerzeit) voraus.

 

 

 

Die Philippinen haben eine Nationalsprache - Filipino (auch Tagalog genannt) und zwei Amtssprachen, und zwar besagtes Filipino und Englisch. Filipino ist eigentlich eine Kunstsprache und nicht 100% identisch mit Tagalog, da sie auch Elemente aus anderen Sprachen der Philippinen beinhaltet. Filipino hat ursprünglich 20 Buchstaben: Verglichen mit dem Englischen, fehlen die Buchstaben c, f, j, q, v, x und z. Dafür gibt es den "Buchstaben" ng (die Idee, das ein Buchstabe aus nur einem Zeichen besteht, gilt in etlichen Sprachen, die das lateinische Alphabet benutzen, nicht). Die erwähnten, "fehlenden" Buchstaben wurden später jedoch wieder ins Alphabet aufgenommen und finden sich durchaus auch in Ortsnamen wieder - wie zum Beispiel in "Quezon" oder "Mexico" (rund 80 km nördlich von Manila).

Philippinen-Karte: Bitte anklickenVor der Ankunft der Spanier wurde auf der großen Insel Luzon ein eigenes Schriftsystem benutzt - das sogenannte Baybayin, welches man heutzutage jedoch nirgendwo mehr sieht. Eine Ausnahme bilden neuere Geldscheine, bei denen das Wort "Pilipino" auf Baybayin geschrieben steht (siehe Abbildung rechts: Eine Bildzusammensetzung. Die kompletten Zeichen sieht man nur, wenn man die Geldscheine gegen das Licht hält). Die Schrift besteht aus 17 Grundzeichen, wobei die meisten Zeichen Silben darstellen und fast alle auf "a" enden. Endet die Silbe nicht auf "a", wurde oberhalb des Zeichens ("e" oder "i") oder unterhalb des Zeichens ("u" oder "o") ein Häkchen zugefügt.

Während es in den meisten anderen Ländern sinnvoll ist, sich wenigstens ein bisschen vorzubereiten und ein paar wichtige Wörter und Redewendungen einzuprägen, ist das auf den Philippinen - zumindest in den Großstädten und den üblichen Touristenzentren - kaum gewinnbringend: Zwar lernen alle Filipino eben jene Sprache, doch zum einen sprechen sehr viele gut bis sehr gut Englisch, und zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass Filipino auch für den Filipino nicht dessen Muttersprache ist. Auf den Philippinen gibt es zahlreiche andere Sprachen: Allein im Süden (Visayasa, Mindanao etc.) gibt es über 20 verschiedene Sprachen, die eine eigene Sprachgruppe bilden. Zwar gehören fast alle philippinische Sprachen zur gleichen Sprachfamilie (austronesische Sprachen), aber der Unterschied zwischen Cebuano, einer Visayas-Sprache, und Tagalog zum Beispiel ist mindestens so groß wie der zwischen Deutsch und Englisch (so erklärte es mir zumindest ein Filipino). Das gleiche passiert auch auf Luzon: Man braucht nur ein paar Dutzend Kilometer von Manila nach Norden zu fahren, und schon wird dort eine völlig andere Sprache gesprochen. Die Sprache kann dabei vor allem im Bergland von Tal zu Tal stark variieren.

Nun gehört Englisch zwar zur Pflichtsprache an den Schulen, aber vor allem außerhalb der Großstädte darf man nicht überall erwarten, mit Englisch weit zu kommen. Ansonsten hilft Englisch jedoch schon sehr weit, zumal viele Schilder zum Beispiel auf Englisch geschrieben sind. Von Singapur und Hongkong einmal abgesehen kommt man mit Englisch auf den Philippinen weiter als in den meisten anderen Ländern Ost- und Südostasiens. Ein paar wenige Besonderheiten gibt es jedoch schon: So wird man als ausländischer Mann oft mit "Sir" (nicht selten gefolgt vom Vorname) und als Frau mit "Maam" angesprochen, was im englischen Sprachraum recht ungewöhnlich ist.

Während Filipino und Englisch die dominierenden Sprachen sind - zumindest im offiziellen Gebrauch - sind sehr viele Ortsnamen spanisch. Oder auch deutsch - so zum Beispiel die Station "Blumentritt" in Manila, die nach einem österreichischen Forscher und Philippinenkenner (der jedoch nie selbst dort war) benannt wurde...

 

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