Name

Der offizielle deutsche Name lautet Sozialistische Republik Vietnam, auf vietnamesisch lautet der Name Cộng hoà Xã hội Chủ nghĩa Việt Nam. Die Kurzform lautet Vietnam - und das in nahezu allen Sprachen. Viet bezeichnete einst die Volksstämme der Region, während Nam "Süden" bedeutet. Der Name als solches tauchte zuerst im 16. Jahrhundert auf und wurde im 20. Jahrhundert schliesslich zum Landesnamen. "Vietnam" wird häufig im Englischen wie im Deutschen als ein Wort geschrieben, aber man sieht auch sehr häufig die korrektere Schreibweise - "Viet Nam".

Fläche & Bevölkerung

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Vietnam ist mit rund 330,000 km² in etwa so groß wie Deutschland ohne Mecklenburg-Vorpommern oder, um in der Region zu bleiben, rund 10% größer als die Philippinen.

In Vietnam leben rund 90 Millionen Menschen - das sind rund 10 Millionen Einwohner mehr als Deutschland (die Zuverlässigkeit dieser Zahl ist allerdings nicht gegeben, da der letzte Zensus 1999 stattfand). Die Bevölkerungsdichte ist mit rund 280 Menschen pro Quadratkilometer verhältnismäßig gross. Weite Landstriche sind allerdings recht spärlich besiedelt, was bedeutet, dass einige Regionen, zum Beispiel das Mekong-Delta, sehr dicht besiedelt sind. Das Bevölkerungswachstum ist sehr moderat - 2014 lag es bei rund 1,1 Prozent.

Man geht davon aus, dass es insgesamt 54 Volksgruppen in Vietnam gibt. Vietnamesen stellen mit rund 86% den grössten Anteil, gefolgt von ethnischen Chinesen, Thai, Cham, Khmer etc. Erwähnenswert ist an dieser Stelle die hohe Zahl im Ausland lebender Vietnamesen: Geschätzte 4 Millionen Vietnamesen leben ausserhalb des Landes, davon rund 1,8 Millionen in den USA und rund 100,000 in Deutschland.

Religion

Vietnam ist ein sozialistisches Land, und das bedeutet, dass Religionszugehörigkeit bei Volkszählungen keine grosse Rolle spielt und Zahlen damit unzuverlässig sind. Das bedeutet allerdings nicht, dass Religion nicht praktiziert werden darf und wird. Am verbreitetsten ist - seit jeher - der Buddhismus, wobei die Mahayana-Strömung ("Großes Fahrzeug") am häufigsten anzutreffen ist. Aufgrund der kolonialen Vergangenheit gibt es jedoch auch eine grosse Zahl von Katholiken, gefolgt vom Caodaismus - einer in Vietnam "erfundenen" Religion, die Elemente verschiedenster Religionen vereint und so nur von Vietnamesen praktiziert wird.

Zeitzone

Vietnam hat die gleiche Zeitzone wie Thailand, Westindonesien oder Krasnojarsk - UTC (Greenwich-Zeit) + 7 Stunden. Vietnam ist Mitteleuropa damit 6 Stunden (Winterzeit) und 5 Stunden (Sommerzeit) voraus.

 

 

 

Im Gegensatz zu den angrenzenden Ländern schreibt man in Vietnam dieser Tage mit dem lateinischen Alphabet. Das war nicht immer so - bis in die 1920er hinein war es üblich, Vietnamesisch in der Schriftsprache Chữ Nôm wiederzugeben. Dies sind im wesentlichen chinesische Schriftzeichen, wobei jedoch zahlreiche Schriftzeichen hinzugefügt wurden, die es so nur im Vietnamesischen gab. Chu Nom zum Beispiel wird in Schriftzeichen 𡨸喃 geschrieben, aber das erste Schriftzeichen gibt es nur im Vietnamesischen und kann von Chinesen nicht gelesen werden (die Lesung kann jedoch erraten werden). Chinesische Schriftzeichen sieht man noch immer in Vietnam - zum Beispiel in Tempeln.

Vietnamesisch gehört zur austroasiatischen Sprachfamilie und ist im wesentlichen eine Silbensprache. Allerdings wurde die Sprache einem sehr grossen Einfluss von China unterworfen - unter anderem aus diesem Grund gibt es im Vietnamesischen 6 verschiedene Tonlagen bei Vokalen (wie zum Beispiel auch im Kantonesischen). Wie auch im Chinesischen sind Höhe und Verlauf der Tonhöhe sinnentscheidend - es gibt unzählige Wörter, die, so man sie wirklich nur mit lateinischen Buchstaben schreiben würde, exakt gleich geschrieben werden würden - wäre da nicht die Tonhöhe.

Das lateinische Alphabet als solches ist jedoch nicht auf die Wiedergabe verschiedener Tonhöhen ausgelegt - aus diesem Grunde gibt es im Vietnamesischen unverhältnismässig viele diakritische Zeichen. Accent acute (é) und accent aigu (è), ein Punkt unter einem Vokal (), ein Haken über einem Vokal () oder eine Tilde über einem Vokal () geben allesamt verschiedene Tonhöhen/Tonverläufe wieder. Doch damit nicht genug: Es gibt nicht nur die 5 Vokale a/e/i/o/u, sondern auch noch die Vokale ă, â, ê, ô, ơ, ư und y - diese Vokale können ebenfalls allesamt mit den bereits erwähnten accents und anderen diakritischen Symbolen kombiniert werden. Es gibt also 12 Vokale mit jeweils 6 verschiedenen Tonhöhen / Tonverläufen - macht 72 verschiedene Buchstaben allein für Vokale. Dementsprechend entstehen Wörter wie Chữ Nôm (siehe oben) oder Việt Nam. Bei Konsonanten gibt es nur ein diakritisches Zeichen - das đ,aber zahlreiche Konsonanten und Konsonantenkombinationen werden völlig anders ausgesprochen als im Deutschen oder Englischen: So wird gi wie ein weiches "s", tr wie "tsch" oder c wie ein "g" (wie in "gestern") gesprochen.

Fazit: Was die Aussprache anbelangt, ist Vietnamesisch für Mitteleuropäer ein echter Alptraum. Die richtige Tonhöhe und -dauer zu lernen erfordert sehr viel Ausdauer - doch tut man das nicht, kommt man über ein paar Floskeln nicht hinaus. Da es jedoch unzählige Lehnwörter aus dem Chinesischen gibt, haben es Kenner chinesischer Schriftzeichen ein kleines bisschen einfacher. Das "Nam" in "Vietnam" zum Beispiel wird als Schriftzeichen (Süden) geschrieben. Das Zeichen wird im Vietnamesichen Nam, in Mandarin nán, im Kantonesischen naam, im Koreanischen nam sowie im Japanischen nan gelesen - so kann man sich schnell Eselsbrücken bauen, um Wörter zu lernen. Was bei der Tonlage leider nicht weiterhilft...

Mit den Eigenarten der vietnamesischen Sprache haben übrigens auch Vietnamesen zu kämpfen: Die Aussprache der englischen Sprache zum Beispiel ist für viele Vietnamesen eine harte Nuss - und obwohl es zumindest in den Städten viele Vietnamesen gibt, die etwas Englisch sprechen, so ist die Aussprache im Vergleich zu zahlreichen anderen Ländern in der Region für ungeübte Ohren oftmals gewöhnungsbedürftig.

 

Nach Macao

 

 

 

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